Ein Abend mit SA-UL-SA

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Die Äste und Blätter einer Aralie vor einem leicht bewölktem
Abendhimmel.

Während vermutlich 99,9 Prozent meiner Landsleute das Fußballspiel Portugal gegen Deutschland verfolgt, schreibe ich über Musik. Davon habe ich zwar auch wenig Ahnung, aber die vertrete ich um so mutiger.

SA-UL-Sa heißt die Combo, von der wir uns am vergangenen Samstag ein Open-Air-Konzert angeschaut- und -gehört haben. Mein Bruder hatte mir vor einiger Zeit erzählt, dass er zwei der Künstler auf einer Geburtstagsfeier kennengelernt habe. Die beiden hätten auf der Feier kurzerhand ein paar Musikstücke zum Besten gegeben. »Vom Feinsten«, lautete sein Fazit, Stücke wie Take five hätten sie gespielt – sie Saxophon, er Gitarre. Ich mag diese Art von Musik, und ich mag diese Instrumente. Also sprach ich: »Ich bin dabei«, als er mir berichtete, dass die komplette Band in Kürze ein Konzert gibt.

Die Kulisse für das Konzert konnte genialer nicht sein - auf der Terrasse vom Restaurant und Café „Langer Grund“ in Bad Pyrmont. Das Restaurant liegt etwas abgelegen am Waldrand. Der Ausblick, der sich von der Terrasse bietet ist etwas für Naturfreunde. Während des Konzertes war über den nahen Bergen ein riesiger Regenbogen zu sehen. Ein Reh lauschte über lange Zeit auf dem angrenzenden Feld der Musik (ich hätte mir gewünscht, das ausgebüchste Hausreh wäre es gewesen). Wie auch immer, das Restaurant ist allein schon wegen seiner Lage ein Besuch wert.

»Woran erinnert dich das Musikstück?«, fragte mich mein Bruder bei einem der ersten Lieder. Er nahm mir die Antwort vorweg: »J.J. Cale.« Damit hatte er recht. Wir ärgerten uns ein bisschen, dass der Gitarrist nur schwer zu sehen war. Ein Gitarrist muss man sehen! Vor allem, wenn er wie Ulrich Hoffmann klasse mit der Gitarre umgehen kann.

Wenn ich nur das Wort Mundharmonika erwähne, winken die meisten Leute ab. Kunstbanausen. Ich finde mein Mundharmonika-Spiel nicht schlecht. Doch auch wenn ich es nur ungern zugebe, Ulrich Hoffmanns Spiel mit der Harp ist besser.

»Die kann nicht nur super Saxofon spielen, die hat auch eine tolle Stimme.« Der ersten Aussage des Satzes konnten wir voll zustimmen, der zweiten weniger. Interessant, dachte ich, dass die Damen in unserer Runde das anders wahrgenommen haben als wir. »Es wäre besser gewesen, sie hätten nur ihn singen lassen«, meinte jemand. Aber so ist das mit den Ohr-Geschmäckern.

An dem Abend haben sie nur eigene Kompositionen gespielt, das hatten die Mädels und Jungs von SA-Ul-SA zuvor auch angekündigt. Gleichwohl, hier ein Link zu einem Stück von J.J.Cale: Cajun Moon, gecovert von einer Band aus Bad Pyrmont, SA-UL-SA.

Ich würde mich freuen, wenn SA-UL-SA weiterhin auf der Erfolgsspur bleibt.