Die LipperTage und die Einstürzenden Neubauten

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Eine große, illuminierte Bühne – aber keine Besucher
davor

LipperTage: 29.8.2014, 20.15 Uhr –
die „Besucher“ sind noch beim Frisör.

Wait what? Die Einstürzenden Neubauten in Lügde? Während der LipperTage? – Nein und ja. Nicht die, sondern der einstürzende Neubau. Okay, der Reihe nach:

Seit Freitagabend (1) läuft es bereits, das Programm der LipperTage. Das Intro-Foto und das nachstehende Bild zeigen die Bühne auf dem am Emmerauenpark gelegenen Sportplatz um kurz nach 20 Uhr. Aber erst gestern Abend (2) wurden die LipperTage 2014 in Lügde von den Offiziellen offiziell eröffnet.

Ein DJ in
Aktion.

LipperTage: 29.8.2014, 20.16 Uhr –
der DJ legt trotzdem auf.

Warum die Eröffnung erst einen Tag nach Beginn, und einen Tag vor dem Ende stattgefunden hat, das kann ich Euch nicht beantworten. Vielleicht ist das jetzt angesagt. Ich probiere das mal bei meiner nächsten Party aus. Dann begrüße ich meine Gäste auch erst nach vier, fünf Stunden.

Während ich zu der Bühne eilte, hörte ich schon aus einiger Entfernung regelmäßige Bass-Drum-Schläge. Uhi, das ist aber mal eine dramaturgisch zugespitzte Eröffnung, dachte ich mir. Ein Zeitungsreporter der mir entgegenkam hatte sich das auch gedacht, gab aber Entwarnung: »Das ist nur der Soundcheck von der nächsten Kombo.«

Dann aber durften die Honoratioren doch auf die Bühne. Und jetzt komme ich endlich zum einstürzenden Neubau. Wie sich das gehört, bedankten sich die Organisatoren der LipperTage beim Bürgermeister des Austragungsortes, also Lügde, mit einem kleinen Geschenk. Schon zu Beginn habe der Bürgermeister den Wunsch geäußert, Pink Floyd für die LipperTage zu engagieren, erklärte Landrat Friedel Heuwinkel.

Man munkelt sogar, dass unser Bürgermeister bereits Kontakt zu Pink Floyd aufgenommen hat. Es sei schon immer sein Wunsch gewesen, dass diese Band mal in Lügde ein Konzert gibt, hat mir mein V-Mann geflüstert. Ich glaube das ja nicht. Aber zuzutrauen wäre es unserem Bürgermeister schon.

— luegde.de: LipperTage 2014 in Lügde

Man habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, aber Pink Floyd hätte der Kreis Lippe nur finanzieren können, wenn er die Kreisumlage deutlich erhöht hätte. Da aber hätten die anderen 15 Gemeinden nicht mitziehen wollen.

Dennoch wollte man dem Wunsch unseres Bürgermeisters wenigstens ein Stück weit nachkommen. Und dann wurde auf der Bühne etwas inszeniert, wo selbst der alte Meckerkopp (also ich jetzt) sagen muss: Chapeau! Gute Idee!

Ein Kind trägt einen Schaumstoffwürfel vor sich her, ein Erwachsener
zeigt, wo der Würfel hingelegt werden
soll.

Hier hin den Stein!

Aus den Boxen der Bühne dröhnte Another Brick In The Wall von Pink Floyd, während eine Gruppe Kinder und Jugendlicher mit weißen Masken und schwarzer Kleidung im Marschschritt eine Mauer aus Schaumstoff-Klötzen aufbaute. Selbstverständlich unter strenger Anweisung eines entsprechend verkleideten „Erwachsenen“.

Nach und nach wird eine Wand aus Schaumstoffwürfel
errichtet.

Stein auf Stein…
(Ach, das war aus einem anderen Film)

Die Aufnahme zeigt Kinder, die hintereinander gehen und jeweils einen
Schaumstoff-Würfel
tragen.

Aufnahme von der Videoleinwand

Auf der großen Videoleinwand neben der Bühne liefen Sequenzen aus dem Musikvideo, vermischt mit Aufnahmen von den Kindern und Jugendlichen, die sie bei den gestrengen Vorbereitungen des Auftrittes zeigen.

Schaumstoff-Steine fallen aus der
Wand.

Steine fallen aus der Wand…

Noch mal: Hut ab! Das haben die Kinder und Jugendlichen exzellent gemacht und die Macher super in Szene gesetzt.

Immer mehr Würfel aus Schaumstoff fallen aus der
Wand.

…dann wird sie heruntergerissen.

Das war also der einstürzende Neubau, und hier noch etwas von den Einstürzenden Neubauten: Meerstern, ich dich grüße – oder so ähnlich.

(1) Für die, die später zugeschaltet haben: 29.8.2014, 20 Uhr

(2) 30.8.2014, 20.30 Uhr