Auf dem richtigen Weg

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Ein kurviger Kondensstreifen  am
Himmel

Pah, dann übernimm Du doch das Ruder!

Als ich diese „Flugspur“ entdeckte, sah ich vor mir zwei Flugzeugkapitäne im Cockpit ihres Fliegers, die sich um den richtigen Weg streiten: »Pah, dann übernimm Du doch das Ruder. Dann zeigt du doch mal wo’s langgeht!«

Immer in der richtigen Spur, auf dem richtigen Weg zu bleiben, soll ja auch nicht ganz einfach sein. Ganz zu schweigen davon, dass man zunächst geklärt haben sollte, welches denn bitteschön der richtige Weg ist.

Doch wie gesagt, selbst wenn man ihn gefunden hat, den Roten Faden, die Grüne Welle die einem zurück ans Licht führt – es gibt so unglaublich viele, verlockende Optionen im Leben, da kann Frau wie Mann schon mal schwach werden, falsch abbiegen, vom Weg, dem richtigen, abkommen. (Ich rede immer noch von den Optionen!)

Vielleicht sagt man sich hernach auch mal: Es wäre besser gewesen, ich hätte stattdessen keine Fahrt über Grund gemacht. Aber auf das Thema „Die Nautik und der Mensch“ will ich heute nicht näher eingehen.

Zurück zum richtigen Weg, den zu finden es mitunter nicht ganz einfach ist. Manchmal braucht es dafür einen Impuls. Zuweilen reicht dafür ein winziger Impuls. Ein anders Mal ist ein Impuls in der Größenordnung eines donnernden Güterzuges nötig.

Habe ich was Neues erzählt? Nö. Jeder kennt das. Und jeder hat schon mal so einen Güterzug nötig gehabt. Oh ja! Selbst führende Politiker.

[…] Mit der Nuklearkatastrophe von Fukushima und dem danach beschlossenen Atomausstieg bis 2022 befürworten nun alle bedeutenden deutschen Parteien die Energiewende, jedoch herrscht weiterhin Dissens über die Art und Weise der Umsetzung sowie die Geschwindigkeit des Prozesses. […]

— de.wikipedia.org: Energiewende

Der Güterzug war 2011 die Nuklearkatastrophe Fukushima. 2011. Übrigens, das Kernkraftwerk Grohnde hat am Wochenende wieder Dampf aufgenommen. Ihr erinnert Euch? Im April 2014 haben sie es für einen kleinen Routinecheck abgeschaltet und dabei ein paar Bruchstücke von „Kleinteilen“ im „Motorblock“ gefunden.

Wenn man aber wieder Witterung (von der richtigen Spur) aufgenommen hat, dann gewinnt man manchmal Erkenntnisse, da möcht’ man vor Freude im Kreis hopsen.

Die Energiewende ist so etwas wie ein Jungbrunnen für Technologie geworden.

— Das soll Klaus Töpfer gesagt haben. Gelesen in den Pyrmonter Nachrichten vom 20.6.2014, Seite 2, unter „Zitat des Tages“

Versteht mich nicht falsch, ich finde die Aussage vollkommen in Ordnung. Aber ein bisserl stolz bin ich auch. 2005, nach Hurrikan Katrina, haben wir uns mit mehreren Leuten über die Themen Klimawandel und Energie unterhalten. Es war eine richtig gute, lange Diskussion. Irgendwann landeten wir bei dem Stichwort „Atomkraftwerke“. Mit meiner Meinung, dass die Dinger abgeschaltet gehören, stand ich in der Runde allein. Und in der Diskussion habe ich das gesagt, was der ehemalige Bundesumweltminister (wenn er es denn war, der das gesagt hat) oben auf den Punkt bringt.

Atomkraftwerke sind längst keine Innovation mehr. Je mehr wir daran rumforschen wie die Dinger besser und sicherer zu handhaben sind, je mehr Zeit verlieren wir. Es wäre besser, wir heben den Kopf und verbreitern das Sichtfeld, schauen uns nach Alternativen um, und lassen die miteinander konkurrieren. Wir werden sehen, was das für eine Vielfalt von Ideen erzeugt. – Nun ja, Voraussetzung ist, dass man die Vielfalt auch zulässt.

Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg – zum richtigen Weg.