Sonntags, Zeit für Musik mit der Klampfe

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Minutenlang hatte er schweigend sein Smartphone bearbeitet. Ich wollte schon aufstehen und gehen. Plötzlich schaute er auf: »Ich muss dir etwas echt Starkes zeigen. Sagt dir Crossroads was?« »Du meinst den Film? Crossroad, Pakt mit dem Teufel?« Mein Bruder schaute mich irritiert an: »Nein, ich rede von Musik!« »Bei dem Film geht es um Musik! Um einen Jugendlichen, der begnadet Gitarre spielen kann und sich auf die Suche nach einem verschollenen Blues-Song begibt.« Mein Bruder schüttelte abwesend den Kopf. »Du musst dir das unbedingt anschauen«, murmelte er und wandte sich wieder suchend seinem Wischtelefon zu.

Ich war mit meinem Gedanken bei dem Roadmovie. Darin gab es doch so ein Bluesstück, das mich damals so wahnsinnig beeindruckt hat… Einen Augenblick später fiel es mir wieder ein: Feelin’ Bad Blues von Ry Cooder. Ja, das ist Blues wie ich ihn mag.

»Ich hab´s! Schau mal!« Er hielt mir sein Smartphone vors Gesicht und sah mich begeistert. »Das ist von dem Crossroads Guitar Festival.« Er hatte eines meiner persönlichen Evergreens herausgesucht: Jingo von Carlos Santana. »Schau mal, wie die klampfen. Eric Clapton sieht aus, als käme er gerade aus seinem Strandkorb um mal eben ein kleines Konzert mit Carlos zu geben.«

Natürlich habe ich mir später mehr von den Festivals auf youtube.com angeschaut. Freundinnen und Freunde des gepflegten Gitarrenspiels kann ich nur empfehlen, es mir gleich zu tun.

Darf´s noch etwas Nachtisch sein? Akustische Gitarre vielleicht? Von Joe Bonamassa zum Beispiel? Den jungen Mann habe ich hier schon mal kurz vorgestellt. Wer es lieber mainstreamig mag, für den ist dieser „Nachtisch“ nicht unbedingt geeignet. Aber vielleicht schaut ihr Euch trotzdem mal kurz Joe Bonamassas virtuoses Gitarrenspiel an.