Pumpspeicherwerk Lippe: Rat soll Planungen begrüßen

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Der Rat der Stadt Lügde soll die „Planungen zum Bau eines Pumpspeicherwerkes begrüßen“, heißt es in dem Entschließungsantrag der Lügder FWG, den der Rat voraussichtlich am 16.12.2013 beraten wird.

Ich interpretiere den Antrag so, dass die FWG nicht das Projekt, sondern die Planungen begrüßen lassen will. Eine Planung ist noch keine Realisierung, ist noch keine Zustimmung. Der Antrag könnte daher genau das bewirken, worum es mir geht: das Thema wieder in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu bringen und damit Druck zu erzeugen, dringend erforderliche Informationen herauszukitzeln. Okay, das ist meine Interpretation des Antrages. Aber darauf deuten auch Aussagen in dessen Begründung hin:

[…] Unter der Voraussetzung, dass ein Pumpspeicherwerk auf dem Mörth ökologisch vertretbar ist, dass die betroffenen Eigentümer zum Verkauf der Grundstücke bereit sind und die Bedenken der anliegenden Bewohner ausgeräumt werden […]

Wie aber bekomme ich heraus, ob diese Voraussetzungen bei dem Projekt erfüllt sind? Meines Erachtens nur, in dem man die Planungen transparent macht. Transparenz bedeutet in diesem Fall: Es sollten sämtliche Vor- und Nachteile die das Projekt mit sich bringt so dargelegt werden, dass man sie wirklich abwägen kann. Wirklich abwägen kann ich jedoch nur etwas, wenn die Informationen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet sind.

Zur Transparenz gehört ferner, dass man diese Informationen auch jederzeit abrufen kann – wozu sich das Webangebot psw-lippe.de anbietet. Doch noch immer vermisse ich dort die FAQ, die ich im Artikel Pumpspeicherwerk in Lügde, Teil 3 näher erläutert habe.

Apropos psw-lippe.de: Von der Seite Aktuelles kann man sich vom Anrisstext „9.12.2013 – Projektstatus“ zur Seite Projekt weiterleiten lassen. Auf der Seite „Projekt“ befindet sich eine Kapitelüberschrift, die wiederum das Wörtchen „aktuell“ enthält: „Aktueller Projektstatus“. Dort sind, rund drei Monate nach dem Bürgerinformationsabend, einige weitere Informationen aufgeführt worden (Stand 14.12.2013). Aber an der Stelle vermisse ich zum Beispiel das Datum. Wann wurden diese ergänzenden Informationen auf der Seite eingestellt?

Das hat auch etwas mit Transparenz zu tun. Denn wenn ich eine Internetseite oder einen Internetartikel ergänze und/oder modifiziere, sollte das klar erkennbar sein. Nur so lässt sich wirklich etwas glaubwürdig dokumentieren. Aus diesem Grund würde ich zum Beispiel unter dem Menüpunkt „Aktuelles“ ein Weblog einrichten. Dort würde ich jeden einzelnen Schritt der Planungen und gegebenenfalls der Realisierung des Projektes dokumentieren. Das schafft Glaubwürdigkeit. So können Bedenken ausgeräumt werden.

Notabene: Auf der Seite Projekt ist unter anderem zu lesen, dass einigen Grundstückseigentümern bereits Angebote unterbreitet wurden. Schon jetzt? In einer Phase, in der offensichtlich so gut wie niemand über genauere Informationen verfügt, und Spekulationen wie Löwenzahn aus dem Boden schießen?

Fazit: Auch wenn ich voll und ganz auf der Seite des Argumentes „wir könnten hier eine Möglichkeit schaffen, Energie zu speichern“ bin, für ein Projekt dieser Größenordnung ist die derzeitige Informationspolitik meines Erachtens völlig unzureichend. Und aus dem Grund kann ich zurzeit nur gegen das Projekt sein.

PS: Alle Artikel zum Thema Pumpspeicherwerk Lippe