Pumpspeicherwerk in Lügde, Teil 3

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Ein
Kornblumenfeld

Weil ich verschiedentlich auf meine etwas kritische Meinung zum Pumpspeicherwerk Lippe-Lügde angesprochen wurde: Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Pumpspeicherwerk. Die Idee, auf diese Weise Energie besser verwalten zu können, finde ich sogar sehr gut:

[…] Pumpspeicherkraftwerke [sind] notwendige und unverzichtbare Energiespeicher:

  • technisch zur Regelung des Stromnetzes, um ein Überangebot von elektrischer Leistung aufnehmen zu können
  • wirtschaftlich, um eine gleichmäßigere Auslastung von anderen Kraftwerken, die weniger regelbar sind, zu erreichen […]

[Quelle: de.wikipedia.org]

Die Größe dieses Bauwerkes erzeugt jedoch aus verschiedenen Gründen bei mir ein Unbehagen. Schon häufiger habe ich hier erwähnt, dass unsere Landschaft (besonders die grünen Berge) zu den wenigen Trümpfen zählt, mit denen wir hier aufwarten können. Und ich habe Sorge, dass das Bauwerk das weithin sichtbare Mörth verschandelt. Was ist, wenn mitten in der Bauphase das Objekt zum Stillstand kommt, wenn dort über Jahre hinweg eine gigantische Bauruine verbleibt? Okay, das ist jetzt sehr pessimistisch.

Am Sonntag stand die Bundestagswahl auf dem Programm. Wie der Zufall manchmal so spielt, war ich als Wahlhelfer in einem Wahllokal tätig, von dem wir direkt zum Mörth hinüber schauen konnten. Die ehemalige Grundschule in Elbrinxen steht quasi auf den Füßen vom Mörth. Natürlich war das Pumpspeicherwerk immer mal wieder Thema.

Jemand der bereits vor zwei, drei Wochen Teilnehmer einer Info-Veranstaltung zum Pumpspeicherwerk gewesen ist, berichtete uns, dass das obere Speicherbecken auf dem Mörth nicht von unten sichtbar sei. Seine Sorge galt vielmehr einer möglichen Geräuschimmission durch die Turbinen und das durch die Rohre fließende Wasser. »Wenn durch Rohre mit einem Durchmesser von sieben Metern Wasser durchgeschossen wird, wird das doch zu hören sein«, lauteten sein Bedenken. Man habe ihm aber gesagt, dass die dabei entstehenden Geräusche nicht dramatisch seien. Auch die Geräusche der Turbine würden die Anwohner kaum hören, da diese sich größtenteils unter der Erde befinden wird.

Ich belasse es an dieser Stelle mal mit den von Mund zu Mund weitergetragenen Antworten. In den Papierzeitungen war auch einiges über das Pumpspeicherwerk zu lesen. Denn wie gesagt hat am 19. September 2013 ein Bürgerinformationsabend stattgefunden. Außerdem hat, wenn ich das am Sonntag richtig mitbekommen habe, es wohl schon im Vorfeld eine Info-Veranstaltung für „Anwohner“ (des unteren Speicherbeckens?) gegeben.

Was mich aber wirklich ärgert ist, das Stand heute – 25. September 2013 – im Webangebot der PSW Lippe GmbH unter dem Menüpunkt „Aktuelles“ nichts über die Info-Veranstaltungen zu lesen ist. Soweit ich das von Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehört und in den Zeitungen gelesen habe, wurden den Planern eine Menge Fragen gestellt. Die meisten werden wohl auch beantwortet worden sein.

Aber warum wurden die von den Teilnehmern gestellten Fragen nicht aufgegriffen und auch auf der Website beantwortet? „Hier unsere FAQ. Haben Sie weitere Fragen? Wir beantworten sie gern.“ Auf diese Weise können sich auch Leute informieren, die nicht an der Veranstaltung teilgenommen haben. Die Planer können doch nicht ernsthaft darauf „bauen“, dass die Zeitungen die Infos transportieren. Sie, die Planer und Experten sind doch Herr der Informationen. Sie können doch aus erster Hand erklären und Zweifel ausräumen. Dafür ist doch die eigene Website hervorragend geeignet. Oder haben die Experten Angst, dass sie auf eine derartige Dokumentation später mal festgenagelt werden?

Info zum Foto: Der Bergrücken im Bildhintergrund ist das Mörth.