Mein Werkraum

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Bei soheit.de werden öfter mal andere Seiten aufgezogen. Vorgestern war es mal wieder soweit. Andreas, einer der fleißigsten Kommentatoren von soheit.de, bewertet die Veränderung so:

Ich finde das gut! Soheit ist ansonsten nämlich ein bisschen unübersichtlich ;-)

Voreilig wie ich bin, habe ich bei Andreas nicht noch mal nachgefragt. Ich vermute aber Andreas meinte damit: So wie die Startseite von soheit.de vorher aussah, war sie „ein bisschen unübersichtlich“. Vorweg: Ich kann die Meinung gut nachvollziehen. Denn die Startseite sah bis vor ein paar Tagen so aus: Dargestellt wurden alle Posts (1) – also alle Beiträge. Beiträge können dabei verschiedene Publikationstypen sein: Fotos, Artikel, Lesezeichen und so weiter.

Nun ist soheit.de ein Blog, das heißt die Beiträge werden in einer abwärts chronologisch sortierten Liste dargestellt. Die Liste kann dadurch sehr bunt werden. Denn da fliegen dann die Publikationstypen auch schon mal lustig durcheinander: Foto, Foto, Artikel, Lesezeichen, Artikel, Lesezeichen, Foto, Artikel, Artikel, Foto… – eben in der Reihenfolge, wie die Beiträge von mir „gepostet“ werden.

Diese Art der Darstellung hatte einen Grund: Die Startseite von soheit.de war meine Werkbank. Hier gab ich Einblick, mit welchen Materialien ich gerade arbeite und wie ich sie verwende.

Beispiele: Weil ich für einen Artikel ein bestimmtes Foto benötige, schiebe ich zunächst ein Foto hoch. Das Foto taucht oben in der Liste als Beitrag auf. Anschließend schreibe ich einen Text und binde das Foto ein. Und dann steht in der Liste über dem jüngsten Foto ein Artikel mit dem Foto als Eyecatcher.

Später schiebe ich noch zwei Fotos hoch, die mir einfach gefallen. Vielleicht, so denke ich, gefallen sie auch meinen Leserinnen und Lesern. Aber: Viele Fotos lassen sich später auch sehr gut zu Dokumentationszwecken in Artikeln verwenden. Beispielsweise sind dem Artikel „Bad Pyrmont und Lügde: Gibt es in zehn Jahren nur noch eine Stadt?“ (veröffentlicht im Januar 2013) Fotos eingebaut, die ich im Mai 2012 hochgebeamt habe.

Und zwischendurch poste ich auch schon mal ein Lesezeichen, das heißt einen Link zu einem Artikel, den ich lesenswert finde. Oft mache ich das, weil ich mir den Link für mich zurücklegen will und dann denke: Hey, vielleicht interessiert der verlinkte Beitrag meine Leser auch.

In der Tat, das kann schon mal unübersichtlich wirken. Aber die Werkbank lässt sich schnell aufräumen. Man kann sich die Publikationstypen nämlich auch getrennt voneinander in abwärts chronologisch sortierten Listen anzeigen lassen.

Und dann gibt es ja noch das Archiv. Das Archiv sieht zwar anders aus als die Posts-Ansicht, ist aber ebenfalls aufgebaut wie eine Werkbank. Man sieht sie nur aus einer großräumigen Perspektive, dafür aber mit weniger Details. Um bei dem Vergleich zu bleiben: Die Posts-Ansicht zeigt die Werkbank, das Archiv zeigt den ganzen Werkraum.

Fleißige Leser_innen werden jetzt einwenden: Toller Werkraum, der hat ja nichtmal eine Navigation. Ja, vor ein paar Monaten habe ich sie nahezu komplett abgeklemmt. Aber auch dafür gibt es einen Grund:

  • Ich vermute, dass 70 bis 80 Prozent der Besucher_innen einer Website nicht den Weg über die Startseite, sondern über Suchmaschinen wie Google genommen haben. Wenn jemand Suchmaschinen nutzt, so mein Kalkül, dann kann er, wenn er sich hier weiter umsehen will, ja auch die interne Suchmaschine von soheit.de verwenden. Die ist sehr prominent platziert und auch aufgrund der Größe nicht zu übersehen.
  • Regelmäßige Leser_innen einer Website abonnieren die Inhalte (Stichwort: RSS). Sie sehen mit ihrem Feadreader von dem Design und der Navigation des abonnierten Webangebotes überhaupt nichts.
  • Wenn meine Rechnung aufgeht, wählen nur 10 bis 20 Prozent der Besucher einer Website die Startseite als Eingang. Das bedeutet: Die Startseite eines Webangebotes ist keine Haustür, sondern eher eine Hintertür – bei soheit.de ist es seit neulich die Tür zum Werkraum.

Ich grübelte: Eigentlich ist bei soheit.de doch alles – über die interne Suche und über den Werkraum – auffindbar. Kann ich dann nicht auf die Navigation verzichten? Gedacht, getan – aus dem Grund gibt es bei soheit.de zurzeit keine prominent platzierte Navigation.

Mir ist bewusst, dass mein Werkraum für einige Besucher_innen unübersichtlich ist, weil soheit.de sich nicht wie eine klassische Website präsentiert. Vielleicht aber hilft dieser Artikel, ein bisschen zur Orientierung beizutragen.

(1): In der vorhergehenden Version von Lippeblogs hat dieser Bereich Lifestream geheißen.