Filme und ihre Musik

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Spätwinterliche Abendstimmung über Bad Pyrmont und Lügde (2.3.2013)

Er strahlte über das ganze Gesicht, als er mir auf dem Flur entgegenkam. Wohingegen in meinem in Großbuchstaben, Fettdruck und Kursiv die Frage: „Was hast du?“ gestanden haben muss. »Hör mal«, er hielt mir sein Smartphone vor die Nase und ließ ein Musikstück anspielen. »Smoke on the water«, meinte ich, nur einen Bruchteil von Sekunden später. »Starke Musik, nicht wahr? Solche Hit´s erkennt man sofort!« »Stimmt. Am meisten Spass machen mir diese „Erkennen sie die Melodie“-Spiele, wenn ich mir Filme anschaue«, erzählte ich meinem Chef.

Vergangene Nacht hatte ich wieder so ein Aha-Erlebnis. Ich musste mich ablenken. Also zappte ich durch die Fernsehsender und landete bei dem Film „Sperling und die letzte Chance“, mit dem kürzlich verstorbenen Dieter Pfaff in der Hauptrolle. Schon nach wenigen Minuten wurde ich hellhörig: Die Musik kenne ich!, dachte ich, obwohl sie oftmals nur ganz dezent zu hören war. Es dauerte eine Weile, bis meine Suchmaschine im Kopf fündig wurde: Peter Gabriels Soundtrack zu dem Film „Birdy“. Ein starkes Album. Eines meiner Lieblingsstücke daraus: „Slow Water“, ist ebenfalls in dem Film zu hören. Man muss es über eine Musikanlage genießen, denn es enthält unglaublich beeindruckende Basssequenzen, die die Gläser im Schrank vibrieren lassen.

Wo ich gerade bei Peter Gabriel und Filmmusik bin: Noch beeindruckender ist für mich der Soundtrack von dem Film „The Last Temptation of Christ“. Auch aus diesem Album werden sehr oft Stücke als Hintergrundmusik für andere Filme „zweckentfremdet“. Mir fällt zwar gerade kein Film ein, aber ich tippe, dass ich schon mindestens fünf Filme oder Dokumentationen gesehen habe, die sich aus diesem Album „bedient“ haben.

Witziger Weise habe ich weder den Film „Birdy“, noch den Film „The Last Temptation of Christ“ jemals gesehen. Aber sie mir anzuschauen steht noch immer auf meiner To-do-Liste. Festzuhalten ist jedoch, dass die beiden Soundtracks hervorragend für sich selbst, also ohne den Film für den sie jeweils gemacht wurden, stehen können. Das ist längst nicht selbstverständlich.

Ich habe mir schon oft von einem Film die Hintergrundmusik heruntergeladen, weil sie für mich den Film oder eine Szene daraus, besonders unterstrichen haben. Das Stück „All My Days“ von Alexi Murdoch ist so Musikstück. In dem Film „Real Steel“ fährt Hugh Jackman mit einem großen Truck durch eine karge Landschaft, während im Hintergrund „All My Days“ zu hören ist. Obwohl es nur eine kurze Filmszene ist, aber als ich sie gesehen habe war mir klar: Ich muss dieses Musikstück haben.

Ebenso erging es mir vor einiger Zeit bei dem Film „Bloch: Der Fremde“, ebenfalls mit Dieter Pfaff in der Hauptrolle. Darin singt Dieter Pfaff ein Stück mit dem Titel „You don’t let it show“. Auch das Lied habe ich mir aus dem Netz gekauft, weil es die Szenen und das Thema des Films in besonderere Weise hervorhebt. Doch separiert vom Film fehlt es dem Musikstück an Substanz. Gleichwohl schätze ich es – weil sich Dieter Pfaffs Stimme darin verewigt hat.

Übrigens: Sowohl in dem Film „Sperling und die letzte Chance“, als auch in dem Film „Bloch: Der Fremde“ kommt auch Johnny Cash „zu Wort“. Kein Wunder. Für solche Filme sind Lieder wie „Hurt“ geradezu gemacht:

Wenn ich noch mal von vorne anfangen könnte, Millionen Meilen weit weg von hier, ich würde mich selbst beschützen, ich würde einen Weg finden.