Auf direktem Weg in den Kreissaal

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Eine Kirche, ringsherum Bäume und Berge Die Rückseite der Kilianskirche in Lügde

Ich liebe solche Spielereien. Die Webadresse siebenachtvier.de führt direkt zur Seite „Kilianskirche“ im Webangebot der Stadt Lügde, luegde.de. Und was soll das mit dem Kreissaal?

Kurz zur Wiederholung: 784 wurde Lügde erstmals in den fränkischen Reichsannalen erwähnt. Denn in dem Jahr hatte sich Karl der Große die Weltstadt Lügde ausgeguckt, um dort Weihnachten zu feiern. An dem Ort des Geschehens soll er eine Kirche erbaut haben. Experten vermuten, dass es sich bei der Kirche um den Vorgängerbau der Kilianskirche handelt.

Das heißt, 784 ist das Geburtsjahr von Lügde, die Annalen die Geburtsurkunde und die Kilianskirche ist quasi der Kreissaal „aus“ dem Lügde das Licht der Welt erblickt hat. Siebenachtvier.de führt also auf direktem Weg in den virtuellen Kreissaal.

Lügdes Taufspruch lautet übrigens:

Et celebravit natalem Domini iuxta Skidrioburg in pago Waizzagawi super fluvium Ambra in villa Liuhidi.

[Quelle: la.wikisource.org/wiki/Annales_regni_Francorum] Der Täufer war offensichtlich kein Lipper. Aber im Lügder Rathaus befindet sich ein Graffiti, in dem der Künstler uns folgende Übersetzung des Taufspruchs anbietet:

Und er feierte das Weihnachtsfest unweit der Skidrioburg im Wettigau am Emmerfluß Dorfe Lügde.

Ein Mosaik, ein Reiter auf einem Pferd, der Reiter hält in der
rechten Hand ein Schwert Mosaik im Lügder Rathaus, Reiterstandbild von Karl dem Großen

PS: Welches denn meine bevorzugte Foto-Perspektive von der Kilianskirche sei, wurde ich kürzlich gefragt. Ich denke, das Foto ganz oben erklärt das schön: Ich sehe die Kirche am liebsten von hinten.