Zeige mir wie du E-Mails schreibst, und ich sage dir wie du tickst.

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Etikette

Auch für das Schreiben von E-Mails gibt es eine Etikette. Ein paar Punkte, die meines Erachtens dazu gehören, sind:

  • Aus der Betreffzeile sollte für den Empfänger der E-Mail erkennbar werden, worum es in der E-Mail geht.
  • Die Anrede und die Grußformel sollten zumindest zu Beginn einer neuen Korrespondenz nicht fehlen.
  • Die Möglichkeit schnell mal eine E-Mail zu verfassen, sollte nicht dazu verleiten, die Rechtschreibung außer Acht zu lassen.
  • Eine E-Mail ist kein Telegramm. Vollständige Sätze kosten keinen Cent zusätzlich.
  • Egal ob man dem Empfänger der E-Mail eine Information zukommen lassen möchte, oder ob man ihn um eine Auskunft bittet: Die E-Mail sollte so gut aufbereitet sein, dass sie für den E-Mail-Empfänger leicht verständlich und nachvollziehbar ist.

Natürlich geht im täglichen Trubel schon mal der ein oder andere fromme Vorsatz unter. Da vergisst man schon mal, in der Betreffzeile den Betreff exakt zu formulieren, da lässt auch schon mal die Formulierung des Textes zu wünschen übrig, und aus irgendeinem Grund steht man mal wieder mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß.

Dennoch bin ich der Meinung, dass man sich immer mal wieder zur Ordnung rufen sollte. Denn wer täglich sehr viele E-Mails zu lesen bekommt, ist für jede höflich und gleichzeitig exakt verfasste E-Mail dankbar.

Leider bekomme ich jedoch auch häufig E-Mails, die nicht freundlich formuliert sind, in denen die Groß- und Kleinschreibung komplett ignoriert wird, und die obendrein auch noch unpräzise formuliert sind. Bei einigen solcher E-Mails habe ich den Eindruck, als hätte sie der Verfasser regelrecht hingerotzt (entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, aber so wird vielleicht deutlich, welche Art von E-Mails ich meine).

Wenn mir der Absender nicht bekannt ist, vermute ich erst mal, dass der E-Mail-Schreiber es nicht besser konnte. Wenn mir der Absender jedoch bekannt ist, und ich mir sicher bin, dass ihm aufgrund seines Berufes die E-Mail-Etikette nicht fremd sein dürfte, bin ich weniger nachsichtig. Denn: Was sagt das über den Absender aus?

Was bringt der Manager, der Journalist, der Pädagoge, der hoch dotierte Amtsträger damit zum Ausdruck? Ich denke, er sagt damit: Ich habe keine Zeit dich anzureden, Sätze auszuschreiben, Rechtschreibfehler zu korrigieren. Ich habe keine Zeit mich genau auszudrücken. Ich habe keine Zeit mich mit dir zu beschäftigen. Du bist mir nicht wichtig. Ich bin wichtig.

Zeige mir wie du E-Mails schreibst, und ich sage dir wie du tickst.

Ich schreibe diesen Artikel auch zum Thema: „Wer ist das: Die Stadt?“. Heute Morgen habe ich ein Grußwort für die Festzeitschrift einer Jubiläumsfeier getextet. Darin kommen auch solche Worte wie Zusammenhalt und Lebensqualität in einer Stadt vor. Solche E-Mails von Menschen denen die E-Mail-Etikette nicht unbekannt sein sollte, tragen nicht dazu bei, den Zusammenhalt zwischen den Menschen in einer Stadt zu stärken, oder die Lebensqualität zu verbessern.

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