Was machen, wenn Veranstaltungen Konkurrenz haben?

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 3 Minuten

Konkurrenz belebt das Geschäft. Veranstalter sehen das oft anders. Beispiel: In dem kleinen Ort E findet der traditionelle Martinimarkt statt, und im sechs Kilometer entfernten Städtchen BP versucht man sich erstmals mit einem Bauernmarkt. Dann sollen sich die beiden Gemeinden doch abstimmen, könnte man meinen. Das ist einfacher gesagt als getan.

Denn selbst innerhalb einer Gemeinde gelingt das manchmal nicht. Und dann finden auch schon mal mehrere Veranstaltungen nahezu gleichzeitig statt – so wie jüngst in Lügde am 5. Mai 2012. Auch in der darauffolgenden Sitzung des Rates am 10. Mai 2012 wurde daher angeregt, Veranstaltungstermine besser abzustimmen:

Anlässlich der Veranstaltung des letzten Wochenendes im Emmerauenpark “Glücklich im Park” gibt RM […] zu bedenken, dass weitere Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr, Hausmesse Ahrens, Blasorchester im Schützenhaus (und auch Konfirmation lt. RM Frau […]) stattfanden und bittet um Überlegung, ob eine bessere Abstimmung z.B. über das Stadtmarketing möglich sein. […]

[Aus der Niederschrift über die Sitzung des Rates der Stadt Lügde vom 10.5.2012, Tagesordnungspunkt 9.3]

Kurzer Einschub: Nicht immer stehen gleichzeitig stattfindende Veranstaltungen in Konkurrenz zueinander. Sie können sich auch durchaus gegenseitig beleben. Wie zum Beispiel dieser Hinweis zum gleichen Tagesordnungspunkt zeigt:

[…] FB-Leiter […] sah keine Konkurrenz zu Ahrens und dem Blasorchester, teilweise sei dies sogar so gewünscht gewesen. […]

Doch nach meiner Beobachtung überwiegt der Konkurrenzgedanke. Wie ich darauf komme? Nun-ja, die Pflege des Lügder Veranstaltungskalenders gehört schon mehrere Jahre zu meinem Job. Und in dieser Zeit habe ich schon einiges beobachtet – siehe zum Beispiel den Beitrag: „Was, wann, warum, wie, wo, wer?“.

Weiter unten im Text ist zu dem Tagesordnungspunkt zu lesen:

[…] Zu dem Vortrag, der Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr sei im Veranstaltungskalender nicht eingetragen gewesen ergänzt RM Frau […], Terminabsprachen mit den Vereinen gestalten sich schwierig und verweist auf die Möglichkeit, über die Verwaltung - Herrn Thiele - Eintragungen ins Internet vornehmen lassen zu können. […]

Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, der Veranstaltungstermin der Feuerwehr war schon einige Zeit vorher im Veranstaltungskalender zu finden (hier der Eintrag selbst). Ein Beleg dafür, dass der Termin schon vor dem 5.5.2012 eingetragen war, ist auch mein Text vom 26.4.2012 zum Bild der 17. Kalenderwoche.

Doch zurück zum Thema: Ich bin schon unzählige Male darauf angesprochen worden, dass die Termine doch besser abgestimmt werden sollten. Wer sollte denn die Termine abstimmen?, frage ich dann. Na, die Veranstalter, die müssen sich zusammensetzen und das machen! Und wer entscheidet, wenn sie sich nicht einigen? Das muss dann die Stadt machen. Die Stadt, so so. Wer ist das noch gleich: Die Stadt?

Kürzlich schlug mir jemand vor: Das müsste jemand von der Stadtverwaltung sein. Du meinst, der sollte dann entscheiden, wenn zwei Veranstalter sich nicht einigen können?, fragte ich zurück. Auweia. Der Arme. Immer mal wieder kommt es vor, dass Veranstalter meinen, ich sei derjenige welcher – weil ich doch den Veranstaltungskalender bediene. Ja, ich bediene den Veranstaltungskalender – aber die Termine abstimmen, das müssen die Veranstalter schon selbst tun. Und wenn sie sich nicht einigen können, dann sollten sie das Los entscheiden lassen.