Nicht gemeckert ist Dank genug

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Ich habe mich schon daran gewöhnt. Aber jetzt, da ich der Frage „Wer ist das: Die Stadt?“ nachgehe, fällt es mir wieder häufiger auf. Ein Beispiel:

An einem Freitag vor zwei, drei Wochen bekam ich kurz vor Mittag die Order ein Grußwort für einen Verein zu schreiben. Eile war geboten, weil die Festzeitschrift, in der unter anderem das Grußwort veröffentlicht werden sollte, am folgenden Montag in Druck gehen sollte. Ich ließ alles andere liegen und tipperte los.

Glücklicherweise fällt es mir nicht schwer, schnell von einem Thema zu einem anderem umzuschalten. Selbst wenn mir ein Thema eher unbekannt ist, gelingt es mir meistens dennoch, dazu einigermaßen inhaltsreiche Aussagen zu formulieren. So auch in diesem Fall.

Das Grußwort schickte ich an den Unterzeichner, damit dieser es gegebenenfalls redigieren konnte. Am darauffolgenden Montag teilte er mir mit, dass er mit dem Text vollumfänglich einverstanden sei. Ohne weitere Verzögerung leitete ich das Grußwort via E-Mail an den Verein weiter. Eine Rückmeldung, ein Dankeschön vom Verein bekam ich dafür nicht.

Das ist ein Beispiel von vielen. Immer wieder kommt es vor, das ich mich bemühe dem Wunsch eines Bürgers oder eines Ratsmitgliedes möglichst schnell und gut nachzukommen, aber ein Dank bleibt aus.

Vielleicht liegt das an einer Einstellungen wie dieser: „Ach, diese Verwaltungsleute sind doch eh da. Die werden dafür schließlich bezahlt.“ Grundsätzlich ist das richtig. Aber ist es so viel Zeitverschwendung, sich auch mal bei einem einfachen Mitarbeiter einer Stadtverwaltung zu bedanken?

Denn auch wenn ich „nur“ ein gewöhnlicher Verwaltungsmensch bin, ich bin Bürger, Steuerzahler und Wähler – und vor allem bin ich Mensch.