Lügde - Stadt der Osterräder

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Ein Osterrad springt vom Startblock

„Lügde – Stadt der Osterräder“ jetzt also auch bei Facebook. Der Artikel „Facebook-Seite soll für Lügde werben“ in der Onlineausgabe der Lippischen Landes-Zeitung hat mich auch daran erinnert, dass ich noch ein Update zum Beitrag „Lügde, die 90 Minuten Stadt?“ nachreichen wollte.

Denn der Rat der Stadt Lügde hat zwischenzeitlich beschlossen:

Die betreffenden Ortsschilder des Ortsteils Lügde sollen zukünftig die Namenszusatz “Stadt der Osterräder” führen. Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderliche Genehmigung einzuholen und die Hauptsatzung zu ergänzen.

[Quelle: Ratsinfoportal der Stadt Lügde, Niederschrift über die Sitzung des Rates vom 10.5.2012, Tagesordnungspunkt 7: Namenszusatz auf den Ortsschildern]

Nach dem oben zitieren Beschluss sollen also nur die Ortseingangsschilder des Ortsteils Lügde (Ortskern) den Zusatz „Stadt der Osterräder“ erhalten. In meinen Artikeln zum Thema hatte ich noch angenommen, dass auch Lügdes Ortsteile, die aus historischen Gründen(1) mit dem Osterräderlauf weniger am Hut haben, mit den „erweiterten“ Ortsschildern bestückt werden sollen.

Leider lässt sich aus der Niederschrift nicht entnehmen, ob und in welchem Maß das Für und Wider des Antrages abgewogen wurde. Das der Osterräderlauf nur an einem Tag im Jahr stattfindet und nur rund 90 Minuten dauert, das Lügde doch noch viel mehr zu bieten hat, das scheint in dem Zusammenhang nicht thematisiert worden zu sein. Schade.

Der rechtliche Hintergrund für die Ortsschilder-Aktion ist in § 13 Absatz 3 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (GO NRW) nachzulesen. Dort heißt es:

Die Gemeinden können auch andere Bezeichnungen, die auf der Geschichte oder der heutigen Eigenart oder Bedeutung der Gemeinden beruhen, führen. Der Rat kann mit einer Mehrheit von drei Vierteln seiner Mitglieder diese Bezeichnung bestimmen und ändern. Die Bestimmung und Änderung der Bezeichnung bedarf der Genehmigung des für Inneres zuständigen Ministeriums.

[Quelle: recht.nrw.de]

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, wird, wenn die Genehmigung vorliegt, der Hinweis auf die Osterräderstadt nicht nur auf den Ortsschildern angebracht. Auch der Briefkopf der Stadt soll (muss) dann entsprechend ergänzt werden. Den Briefkopf wird es aber voraussichtlich nicht in zwei Versionen geben – einen für den Ortskern und einen für die Ortsteile. Doch der Briefkopf der Stadt Lügde ist nicht nur der Briefkopf des Ortskerns, sondern auch der der Ortsteile.

(1) Lügdes Ortsteile waren schon immer lippisch, während der Ortsteil Lügde, also der Ort in dem der Osterräderlauf stattfindet, ursprünglich zum Kreis Höxter gehörte. Erst 1970 wurde die Großgemeinde Lügde gebildet, wobei Lügde dem Vorläufer des Kreises Lippe „zugeschlagen“ wurde. Daher werden die Ureinwohner des Ortsteils Lügde (des heutigen Ortskerns) auch Beute-Lipper genannt.