Lügde ist das L in Lippe

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Drittes Kunstwerk aus der digitalen Ausstellung von Uwe Burgdorf bei soheit.de

Ein bisschen hat es mich schon gewundert, dass ein Niedersachse die Lippische Rose als Vorlage nutzt.

Wer oder was sind Beute-Lipper?, fragte ich vor ein paar Wochen. Jovial wie ich bin, lieferte ich die Antwort gleich mit: Die ollen Lügder Kernstädter sind Beutelipper.

In dem Artikel schilderte ich auch kurz, dass für die Automobile von Lügdern eine Zeit lang drei verschiedene KFZ-Kennzeichen gültig waren: „HX“, „DT“ und „LIP“. Die Generation „HX“ ist, soweit ich das beobachtet habe, bereits „ausgestorben“. Fahrzeuge mit einem DT-KFZ-Kennzeichen sind jedoch noch vereinzeln anzutreffen.

Schade um die die Vielfalt. Aber Vielfalt muss Mann halt tolerieren können.

Doch plötzlich öffnete sich die Wolkendecke, das gleißende Licht der Hoffnung strahlt hernieder, denn Deutschlands ranghöchster Autofahrminister, Peter Ramsauer, hat verkündet: „Städte sollen Autokennzeichen frei wählen können“ (spiegel.de).

Natürlich habe ich sofort überlegt, was wir denn für Lügde wählen könnten: „OST“ für Osterräder – denn Lügde ist ja jetzt ganz offiziell die „Stadt der Osterräder“. Oder „LÜC“ für Lüchte – warum nicht mal dazu stehen, das wir Lügde auch nicht korrekt aussprechen können? Möglich wäre auch „LÜD“ für Lüdge – der Dämon ist doch eh nicht auszutreiben.

Ja doch, ich habe auch die Version „LÜG“ für Lügde kurz angedacht. Aber wollen wir wirklich flächendeckend dazu auffordern, gegen eines der zehn Gebote zu verstoßen? Also das mit dem „LÜG“ vergessen wir einfach ganz schnell wieder.

Irgendwie muss der Landrat von meinen Überlegungen Wind bekommen haben:

Wenn es nach Landrat Friedel Heuwinkel geht, fahren Lipper auch künftig mit LIP-Kennzeichen durch das Land. „Lippe ist im Gegensatz zu anderen Kreise nicht nur ein Verwaltungsbezirk, sondern hat eine sehr traditionsreiche Geschichte – als Grafschaft, als Fürstentum, als Land und als Kreis“, blickt Heuwinkel zurück.

[Quelle: blomberg-voices.de]

Na ja, traditionsreiche Geschichte, Grafschaft, Fürstentum… Papperlapapp! Wir sind die Lipper, die Menschen in Lippe!

Zurück zum Thema: Also nix mit Vielfalt und mit „OST“, „LÜC“ oder „LÜD“ für Lügde. Der Landrat findet das nicht gut. Er meint, „LIP“ reicht.

Der Landrat sieht in „LIP“ nicht nur einen sehr hohen Wiedererkennungswert, sondern versteht das Kennzeichen auch als identitätsstiftenden Werbeträger der Region: „Wir sind das ‚L‘ in OWL und ich würde mich freuen, wenn auch die 16 Städte und Gemeinden geschlossen für „LIP“ im Auto-Kennzeichen eintreten und den dritten Landesteil Nordrhein-Westfalens so nachhaltig stärken“.

[Quelle: blomberg-voices.de]

Wiedererkennungswert, identitätsstiftenden Werbeträger der Region – Jessas, ist sie nicht bezaubernd, diese Marketingting-Sprache? Aber egal. Machen Sie sich keinen Kopf Herr Heuwinkel: „LIP“ ist schon in Ordnung. Ich bin gern Lipper.

Aber eines ist doch wohl klar: Lügde ist das L in Lippe! (…und das L im KFZ-Kennzeichen „LIP“!)