Kaum Leser und dennoch nicht entmutigt

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Und woran denke ich wohl jetzt? Klar, an das Lied von Xavier Naidoo.

Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die gute Nachricht: Auch in diesem Jahr ist der Garten Phool bei der Aktion „Offene Gärten in Lippe“ dabei (zu den Einzelheiten bitte hier entlang). Die schlechte Nachricht ist: Ich werde nicht darüber berichten. Der Grund ist folgender:

Die gute Fee vom Garten Phool erklärte mir sinngemäß: »Du hast im vergangenem Jahr so viele Texte darüber geschrieben, du hast so viele Fotos davon gemacht, und trotzdem hat sich das vermutlich kaum jemand angesehen. Kein einziger Kommentar ist dazu bei soheit.de geschrieben worden. Du hast dir viel Mühe gegeben, aber es ist nichts dabei rausgekommen. Daher habe ich dich nicht angesprochen.«

Ja, ich bin darüber enttäuscht. Aber das ist nicht der Grund für diesen Artikel. Ich schreibe diesen Text, weil die Aussage „es ist nichts dabei rausgekommen“ falsch ist.

Wenn man kein Feedback bekommt, wenn man von keinem auf die Artikel oder Fotos angesprochen wird: „Hey, schöne Berichterstattung, tolle Fotos!“ – dann kann man natürlich den Eindruck erhalten, dass sich der Aufwand nicht gelohnt hat. Um diesen Eindruck zu entkräften hätte ich fragen können: „Bei wie vielen Texten die du im Netz liest, gibst du dem jeweiligen Verfasser eine Rückmeldung?“

Aber lassen wir die Kirche im Dorf. Ich bin kein A-Blogger und auch kein B–, C– oder D–Blogger (vielleicht ein V-Blogger). Ich pushe meine Beiträge, die ich hier veröffentliche nicht bei Facebook, Twitter & CoKG, und ich verteile auch keine Visitenkarten. Allerdings: Wer mich fragt, dem nenne ich die Web-Adresse soheit.de, und wenn es sich ergibt, wenn es zum Thema passt, dann packe ich einer E-Mail auch schon mal einen Link zu einem Artikel oder einem Foto bei. Mehr „Werbung“ mache ich nicht. Das sind keine guten Voraussetzungen um in eine höhere Liga „aufzusteigen“.

Wie viele Leserinnen und Leser werden sich dann hier regelmäßig aufhalten? Wie viele davon haben sich die Beiträge über den Garten Phool angeschaut? Vermutlich sehr, sehr wenige.

Man hätte vielleicht mehr Leserinnen und Leser gewinnen können, wenn man beispielsweise am Tag des offenen Gartens Kärtchen an die Besucherinnen und Besucher verteilt hätte: „Besuchen Sie uns auch im Internet… Zeigen Sie Ihren Freundinnen und Freunden, wo Sie heute gewesen sind.“ Ergänzend hätte man kleine Hinweisschilder mit der Webadresse im Garten an den Wegesrändern aufstellen können. Aber: Wir haben das nicht gemacht. Es wäre mir auch unangenehm gewesen.

Dennoch bedauere ich nicht, die Artikel zu den beiden Veranstaltungen geschrieben und mit den Fotos dazu hier veröffentlicht zu haben. Ich habe dabei einiges gelernt. Außerdem glaube ich, dass die Beiträge als Dokumentation später noch von Wert sein können – mehr dazu im Artikel „Warum es sich lohnt, im Netz zeitnah zu dokumentieren“.

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Wie viele Leser hast du eigentlich? Lohnt sich der Aufwand?