Zu Fuß

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Wer regelmäßig Sport treibt, lebt gesund. Das ist angekommen. Darum gehen halt gugolplexviele Menschen ins Fitness-Studio, andere nehmen in jede Hand einen ultraleichten Designer-Spazierstock und wandern walken durch die Gegend, wieder andere schwingen sich auf fast nichts wiegende Fahrräder und liefern sich Stechen mit dreiachsigen Sattelaufliegern und so weiter.

Soheit, so gut.

Wer sich regelmäßig bewegt, einfach so, im Alltag, lebt auch gesund. Das, so stelle ich immer wieder fest, ist weit weniger bekannt. Wie ich da neulich so zur Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz wanderte (übrigens ohne Spazierstöcke), war ich, soweit ich das überblicken konnte, der einzige der sich aus eigener Kraft dorthin bewegte. Alle anderen Teilnehmer brausten mit dem Auto an mir vorbei.

Dort angekommen wurde ich mehrmals gefragt, wie ich denn hergekommen sei? Wahrheitsgemäß antwortete ich: »Zu Fuß.« Woraufhin ich jedes mal ein erstauntes: »*Was? Zu Fuß?*« zu hören bekam. Die, die mich fragten wissen, dass der Veranstaltungsort zirka 3 Kilometer von meiner Wohnung entfernt liegt. Gut, der Veranstaltungsort befindet sich auf einem kleinen Hügel, aber ein bisschen Steigung kann ja nicht schaden. Dafür gings auf dem Heimweg halt wieder runter ins „Tal“.

Arme Jugend, bei den Vorbildern muss sie ja glauben, das man um gesund zu leben,

  1. eigens einen Termin dafür braucht,
  2. sich vorher mit enganliegender, grell-leuchtender Funktionswäsche bekleiden muss,
  3. dafür vorzugsweise hochtechnisches Gerät verwendet sollte, welches keinesfalls alltagstauglich sein darf und
  4. eine Mitglieds-, Teilnehmer- oder Kurs-Gebühr zu entrichten hat.