WSK in Lügde: Interview mit einer neuen Teilnehmerin

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Die Wirtschafts- und Sozialraum Konferenz in Lügde (WSK) startete bereits am 2. Februar 2011. Aber es besteht noch immer die Möglichkeit, mitzumachen. Ulrike Nolte berichtete mir kürzlich, dass sie nun auch dabei ist.

Da ich hier schon verschiedentlich über die Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz berichtete, bin ich neugierig geworden und habe Ulrike Nolte ein paar Fragen gestellt.

Frau Nolte, Sie sind keine „echte“ Lügderin. Für die Leserinnen und Leser: Was hat Sie nach Lügde verschlagen?

Die “alte Schule” in Hummersen. Mein Mann und ich waren auf der Suche nach einem alten Haus, das wir zu unserem Lebensmittelpunkt ausbauen wollten. Als wir zum ersten Mal hier her kamen (die Ecke war bis dahin für uns ein weißer Fleck auf der Landkarte), wussten wir, dass wir bleiben werden. Das Haus hat uns gefunden, und so muss das sein.

Welchen Eindruck haben Sie von Lügde und den Lügdern gewonnen?

Naja, in Hummersen waren wir von Anfang an Willkommen. Zwar etwas beäugt (was machen die mit dem alten Haus), aber immer warmherzig behandelt. Ganz besonders angetan waren wir von der Kompetenz der Behörden, mit denen wir im Verlauf der Baugenehmigungen und auch später zu tun hatten und noch haben. Nach nunmehr 5 Jahren können wir behaupten, dass wir dazu gehören. Die Offenheit der Alteingesessenen hat einen großen Anteil daran.

Sie sind eine vielfältig engagierte Frau…

Ja, hier kommt so schnell keine Langeweile auf. Früher war ich als Sekretärin in großen Konzernen aktiv, heute bin ich glückliche Hausfrau mit vielfältigen Interessen.

Ich engagiere mich in der Interessengemeinschaft Bauernhaus (www.igbauernhaus.de) und leite eine Außenstelle des Vereins (www.alte-schule-hummersen.de/ks_lipperbergland). Außerdem habe ich eine Dokumentation von der Sanierung unseres Hauses ins Netz gestellt (www.alte-schule-hummersen.de).

Dann habe ich die “Lichtstube” ins Leben gerufen, mehr über diese Aktivitäten auf www.anno1823.de.

Als begeisterte Handspinnerin engagiere ich mich auch im Verein der Handspinngilde e.V. (www.handspinngilde.de). Als stellvertretende Vorsitzende bin ich aktiv an der Gestaltung der Vereinsaktivitäten beteiligt. Ich färbe meine Wolle mit Farbextrakten alter Färbepflanzen, die ich im eigenen Garten anbaue. Und ich nehme Präsentationstermine im Namen des Vereins in unserer Region wahr.

Last, but noch least kämpfe ich für den Erhalt alter Gemüse- und Obstsorten. Im “Verein zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt e.V.” - kurz VEN (www.nutzpflanzenvielfalt.de) sind Gleichgesinnte organisiert. Momentan baue ich eine Regionalgruppe auf, zweimal jährlich organisiere ich einen Pflanzentausch und (im Frühjahr) eine Tomatenpflanzenbörse in meinem Garten.

Der Heimat- und Verkehrsverein Hummersen kann ebenfalls auf meine Mitarbeit bauen, politisch bin ich bei den Grünen angesiedelt aber (noch) nicht aktiv. Zudem bin ich auch eine überzeugte Netzwerkerin und nutze die s.g. neuen Medien gerne und viel. Ich fotografiere gerne, meine Lieblingsziele sind Frankreich (wo meine hugenottischen Vorfahren her kommen), Irland, Schottland und Skandinavien. Hobby’s wie Lesen, ich habe die Hörbücher für mich entdeckt, Musik hören und gut Essen, am liebsten selbst gekocht und mit Freunden, gehören ebenfalls zu meinem Leben.

Stichwort: Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz in Lügde. Frau Nolte, Sie sagten mir, dass Sie von der Stadt Lügde eingeladen worden sind. Wissen Sie warum?

Nein, ich weiß es nicht, habe aber eine Vermutung. Möglicherweise hängt die Einladung mit meinen Beiträgen im Blog der Stadt Lügde zusammen. [Beispiel: Kommentar zu „Stadt Lügde führt Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz durch“]

In welchem Handlungsfeld, in welcher Arbeitsgruppe werden Sie sich engagieren?

Am liebsten im Handlungsfeld Wirtschaft, Infrastruktur und Stadtentwicklung.

Sie haben an den ersten Gesprächen nicht teilgenommen. Wissen Sie, was dort bislang besprochen wurde? Kennen Sie das Protokoll dazu?

Nein, bisher habe ich noch kein Protokoll gesehen. Ich würde es begrüßen, wenn es eines gäbe.

Wie ich Sie kennengelernt habe, haben Sie sich bestimmt schon einige Gedanken gemacht. Welche Ideen werden Sie in der Runde vortragen?

Vor allem was die Wiederbelebung der alten Fachwerkhäuser betrifft, hätte ich ein paar gute Ideen beizusteuern. Aber auch zum Thema Fremdenverkehr gibt es einige Überlegungen.

Was kann Ihrer Meinung nach die Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz für Lügde leisten?

Die Beteiligung der Bürger an diesem Prozess ist eine der besten Ideen, die man in der Verwaltung haben konnte. Man hat das Gefühl, dass man nicht nur als Stimmvieh gefragt ist, sondern aktiv in die Entwicklungen eingreifen kann. Außerdem bin ich der Meinung, dass nur eine Stadt, in der die Bürger in Entscheidungen eingebunden werden, eine lebendige Stadt sein kann. Alles nur der Verwaltung zu überlassen, wäre zwar bequemer, hätte aber auch sehr viele Fehlentscheidungen zur Folge.

Durch das Bürgerengagement können deren Wünsche und Vorstellungen berücksichtigt werden und in der Verwaltung bekommt man einen anderen Blick auf die Dinge.

Vielen Dank Frau Nolte für das Interview!