Wie sollten wir es angehen?

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Was können wir tun? Das ist die Mutter aller Fragen in der Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz in Lügde. Auch in unserer Arbeitsgruppe suchten wir am Mittwoch (2.2.2011), bezogen auf das Handlungsfeld „Bildung und Schule“, darauf nach Antworten.

Ich glaube dass es sich lohnt, wenn wir uns jetzt, am Anfang der Diskussionen, mit einer weiteren Frage beschäftigen: Wie sollten wir es angehen? Denn wenn wir Kräfte bündeln wollen, wenn wir in Lügde alle an einem Strang ziehen wollen um Ziele zu erreichen, brauchen wir eine offene, transparente und faire Zusammenarbeit. Meine Kollegin, eine der beiden Moderatoren des Handlungsfeldes „Bildung und Schule“, zitierte in ihrer Begrüßung folgenden Vers:

Wir brauchen alle.

Wir gehören zusammen.

Keiner bleibt zurück.

Niemand wird beschämt.

Die größten Anstrengungen gelten den kleinsten und schwächsten Menschen.

[Quelle: Hoffbauer-Netzwerk Bildung für alle in Templin, in der Schriftenreihe des Netzwerk Bildung: „Beginnt die Bildungsrepublik vor Ort? Die Stärken lokaler Bildungsnetzwerke“ (PDF)]

Wie sollten wir es angehen?

Ich denke, der Vers gibt schon einige Antworten – nicht nur für das Handlungsfeld „Bildung und Schule“, nicht nur für die Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz…

Wir brauchen alle.

Ich finde es zum Beispiel phantastisch, dass in unserer Gruppe Eltern, Kindergärtnerinnen, Lehrer, Politiker und Verwaltungsmenschen tätig sind (leider fehlen noch Schüler). Das ist ein (fast) glücklicher Zustand. Aber vielleicht wollen noch mehr mitmachen – in unserer Gruppe, oder in anderen Gruppen. In dem Zusammenhang stellen sich die Fragen:

Können wir auf das Wissen von Bürgern verzichten, die beispielsweise aus beruflichen Gründen an den „von oben aufgedrückten“ Terminen nicht teilnehmen können? Können wir auf das Know-how von Menschen verzichten, die einen Termin nicht wahrnehmen können, weil ihnen etwas dazwischen gekommen ist? Dürfen wir in der heutigen Zeit so vermessen sein und sagen: „Nur wenn du zu uns kommst, werden wir dich informieren“, oder: „Schau in die Zeitung. Die wird schon darüber berichten – irgendwie“, oder: „Was können wir dafür, wenn du die Zeitung nicht abonnierst?“

Wenn wir die Frage mit Nein beantworten, dann müssen wir einen Zugang zu den Informationen anbieten, der jederzeit und von vielen Orten erreichbar ist – den Zugang der Informationen über das Internet. Dann können sich beispielsweise auch Teilnehmern der Arbeitsgruppe X über die Arbeit in der Arbeitsgruppe Y informieren, und dieser gegebenenfalls Anregungen geben.

Dafür braucht es Dokumentationen über Fakten, Lösungsansätze und so weiter. Nur eine Dokumentation im Internet kann jederzeit und von allen Orten abgerufen werden. Im Internet gibt es auch keine Platzprobleme.

Keiner bleibt zurück.

Sofern es nicht um datenschutzrelevante Themen geht, darf es keine Gespräche hinter verschlossenen Türen geben. Das Arbeiten in Elfenbeintürmen ist hier nicht angebracht.

Außerdem: Die Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz betrifft doch nicht nur uns, sondern besonders die Jugend. Ich höre und lese oft: Wir müssen der Jugend etwas bieten. Warum bieten wir ihnen nicht wenigstens Informationen in „ihrem“ Medium, im Internet? Warum geben wir ihr nicht das Material so an die Hand, dass sie damit arbeiten können, zum Beispiel im Unterricht?

Niemand wird beschämt.

Ich glaube, wir werden nur Erfolg haben, wenn wir wirklich alle zusammenarbeiten – und zwar auf Augenhöhe. Hohe Rösser gehören auf die Weide. Wir brauchen eine neue, frische Kultur des Miteinanders – eine Kultur der achtsamen Zusammenarbeit.

Wir gehören zusammen.

Wir sollten uns auch darüber Gedanken machen: Wer ist die Stadt? „Da muss die Stadt was machen!“, ist eine gern bediente Aussage. Also: Wer ist, die Stadt? Kann man das reduzieren auf die Verwaltung, oder auf die Politik? Ist die Stadt, ist unsere Stadt, ist Lügde nicht viel, viel mehr? Die Antworten auf diese Frage legen offen, inwieweit sich die Menschen überhaupt noch mit ihrer Stadt identifizieren.

Aber um Erfolg bei diesem Prozess Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz zu haben, ist eine hohe Identifikation enorm wichtig. Eine Identifikation, die über das eigene Interesse, über den Tellerrand des jeweiligen Vereins, der jeweiligen Einrichtung, der jeweiligen Partei und so weiter hinausgeht. – Wir gehören zusammen.

Die größten Anstrengungen gelten den kleinsten und schwächsten Menschen.