Sparsamkeit heißt nicht unbedingt Verzicht

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Eine Kuchenform im
Baum

Gartendeko aus Omas Küche

Lipper sind sparsam. Nicht-Lipper suchen oft verzweifelt nach Belegen, die diese Behauptung untermauern. Das aber zeigt, dass Lipper nicht nur sparsam sind – sie sind auch äußerst kreativ. Denn: Sparsamkeit heißt nicht unbedingt Verzicht. Dazu hier und heute zwei kleine Beispiele aus dem Kultur- und Dekorations-Areal Garten:

Vor ein paar Tagen erwachte in mir mal wieder der Ordnungssinn. Bekanntlich geht eine solche Erscheinung häufiger auch mit einem mehr oder minder starken Wegschmeiß– oder Zivildeutsch: Entsorgungs-Anfall einher.

Bevor der Lipper jedoch die aussortierten Dinge tatsächlich der entsprechenden Abfallannahme-Einrichtung zuführt, unterzieht er sie einer weiteren, intensiven Prüfung. Denn er weiß: Selbst wenn diese Gegenstände nicht mehr für ihre originären Aufgaben geeignet sind, so lassen sie sich möglicherweise doch noch für einen anderen Zweck verwenden.

In dem Zusammenhang fällt mir ein: Wusstet Ihr eigentlich, woran man Geschenke von Lippern erkennt? – Okay, Ihr habt den vorhergehenden Absatz gelesen. Statt einen Geldschein schnöde in einen Umschlag zu schieben, kann man ihn zum Beispiel auch an ein ausgemustertes Kartenquartett über Motorräder aus der Jugendstilzeit kleben. Vorausgesetzt, der oder die Empfängerin wollte schon immer kein Motorrad haben. Ihr merkt schon, Lipper haben auch einen ganz speziellen Humor.

Nächster Exkurs: Ich bin immer wieder erstaunt, was heutzutage in den Blumen- und Baumschulen alles angeboten wird. Mir ist es schon passiert, dass ich erst, nachdem ich eine Dreiviertelstunde durch die Gänge geirrt bin, die ersten Pflanzen zu sehen bekommen habe. Alles was mir davor angepriesen wird ist Zimmer-, Fenster- oder Garten-Dekoration. Dekoration! Keine Pflanzen. Dekoration ist total En Vogue. Pflanzen sind nahezu out. Zumindest scheinen mir das die „Pflanzen“-Läden vermitteln zu wollen.

Dieser Trend passt ins Zeitgeschehen. Er erinnert mich an Fastfoot, Tüten- und Dosen-Nahrung. Es ist einfacher gelegentlich mal einen Staubwedel erzittern zu lassen, als Pflanzen zu pflegen – gießen, düngen, beschneiden, umtopfen… Soweit der Exkurs.

Kommen wir zu meinen heutigen Beispielen lippischer Recyclingkunst:

Der Lipper ist wie gesagt anders. Er ist sparsam und kreativ. Er sagt sich: Behaltet euern Sondermüll, ich recycle. Garten-Dekoration? Die „zaubere“ ich mir selbst! Was, ein ausgefallenes Windspiel für den Gartenflieder soll´s sein? Voilà: Mann nehme eine alte Kuchenform, ein Stück Bindfaden und fertig ist es. Wie, das Brett mit der Bauernmalerei aus dem Schwarzwald im Badezimmer passt nicht mehr in die Zeit? Aber im Garten, da passt´s noch.

Ein Holzbrett mit
Bauernmalerei

Bauernmalerei im Wohnzimmer? Naa-ja. – Aber im Garten, das geht noch.