Nächsten Sommer

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Den vorhergehenden Buchtipp habe ich mit Robert Schumanns „Fantasie“ ausklingen lassen. Das Stück ist vielleicht auch ein kleinwenig so etwas wie das musikalische Spiegelbild des Romans. Der Roman, den ich Euch heute empfehle, ist von ganz anderer „Natur“. Um den Unterschied der beiden Bücher musikalisch zu veranschaulichen habe ich mir gedacht: Der „Fantasie in C-Dur“ stellst du einfach das Stück „Papillon“ von den Editors gegenüber.

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Roman „Nächsten Sommer“ von Edgar Rai gehört zu den Top 5 meiner diesjährigen Bücherliste. Ja, ja, ich musste tatsächlich erstmal überlegen, ob ich in diesem Jahr überhaupt mehr als fünf Bücher gelesen habe. Ein kurzer Blick ins Archiv sagt mir aber, das ist mir gerade so gelungen. Also: Der Roman ist klasse! Soll heißen: Kaufen, lesen und Spass haben!

»Ich will nicht mehr in die Schule zurück, und ich will auch nicht mehr nach Hause zurück.« [erklärt Felix] Marc zog ein letztes Mal an der Zigarette. »Das ist dein Wunsch?« »Ja.« Er schnippte den Stummel über die Schulter. »Erfüllt.« Als wir drei Tage später nach Berlin zurückkehrten, ging ich als Erstes meine Sachen packen. Die Schule betrat ich nie wieder. (1)

Die Geschichte die dann folgt, erinnert etwas an das Video zu dem Musikstück Papillon. Darin rennt jemand mit sichtbar großer Energie über Straßen und man fragt sich, läuft er davon oder will er sein Ziel schneller erreichen.

Auch der Roman „nächsten Sommer“ spielt sich hauptsächlich auf der Straße ab. Wie ein Roadmovie erzählt er von der Reise der drei Freunde Felix, Marc und Bernhard mit dem Tourbus nach Frankreich. Sie bleiben nicht lange zu dritt. Erst lesen sie Lilith, dann Zoe und später noch Jeanne auf. Die jeweilige Vorgeschichte der Reisenden, die der Autor fließend in die Erlebnisse der Reisegruppe eingeflochten hat, lassen ebenfalls, wie das eben angesprochene Video, Motive wie das Davonlaufen oder das Ankommen wollen deutlich werden.

Das Ziel der Reisegruppe ist übrigens ein Haus in Frankreich, das Felix von seinem verstorbenen Onkel geerbt hat. Bis sie dort ankommen erleben die Reisenden einiges – wobei sie gleichzeitig einander, aber auch sich selbst immer besser kennenlernen. Und als sie das Reiseziel erreicht haben wissen sie: Der eigentliche Aufbruch beginnt ab hier.

Mehr möchte ich von dem Roman nicht verraten. Ich wiederhole es aber gern: Das Buch hat von mir alle sechs Sternchen bekommen.

(1) Aus dem Roman „Nächsten Sommer“ von Edgar Rai, Seite 31