Leistungsschutzrecht für Presseverlage

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Auch das Thema „Leistungsschutzrecht für Presseverlage“ wird im Netz ausgiebig diskutiert. Was habe ich damit zu tun? Nun, auch Blogger wären davon betroffen. Informationen zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage findet man auf der Website leistungsschutzrecht.info:

Viele deutsche Presseverlage verlangen derzeit vom Gesetzgeber, ein neues Leistungsschutzrecht für Presseerzeugnisse einzuführen. […] Durch ein eigenes Leistungsschutzrecht will man daher Behörden, Betriebe und Freiberufler zwingen, für kostenlos zugängliche Inhalte zu zahlen und somit der Verlagsbranche weitere Einnahmequellen zu erschließen. Erreicht werden soll dies durch ein neues Leistungsschutzrecht, das weit über das geltende Urheberrecht hinausginge. Damit würden bislang (vergütungs-)freie Nutzungen selbst kleinster Textbausteine zustimmungs- und kostenpflichtig. […]

Quelle: Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Kürze – oder: Was ist ein Leistungsschutzrecht?, leistungsschutzrecht.info

Das was ich hier gerade mache, also kleine Textauszüge (Snippets) von einer anderen Webseite hier einzustellen, wäre, wenn es sich bei der Quelle um die Website eines Presseverlages handeln würde, dann strafbar:

[…] Darüber hinaus würde aber auch jeder andere, der sprachliche Inhalte online publiziert (Unternehmen, Behörden, Blogger, Journalisten, Informations- und Aufklärungsportale etc.), Gefahr laufen, gegen das „Snippet-Recht“ zu verstoßen; es genügt, wenn er oder sie – auch unbewusst – Formulierungen verwendet, die schon zuvor Bestandteil von Verlagsveröffentlichungen waren. Er macht sich damit sogar strafbar! Bisher vermeidet das Urheberrecht derart unangemessene Effekte. […]

Quelle: Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Kürze – oder: Was ist ein Leistungsschutzrecht?, leistungsschutzrecht.info

Die Forderung der Presseverleger stößt daher nicht nur auf Gegenliebe…

Liebe Verleger, das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen! Niemand hat gesagt: “Mein Internet ist so leer, kann da nicht mal jemand Zeitungstexte oder so was reinkippen?“ Ihr seid freiwillig gekommen, und ihr habt eure Verlagstexte freiwillig ins Web gestellt.

Quelle: Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn überhaupt keinen Stolz?, Mario Sixtus bei carta.info

Bemerkenswert ist auch hier, dass das Thema hauptsächlich im Internet diskutiert wird:

Es ist bei näherem Hinsehen skandalös, wie die Zeitungsverleger die Poltiik und die Öffentlichkeit desinformieren - und das als angeblich vierte Gewalt, die Transparenz herstellt! Dabei fahren sie eine doppelte Strategie: Gegenüber der Politik jammern und zetern sie, auf ihren eigenen Medienseiten schweigen sie zum Thema. Die Debatte lassen sie gar nicht stattfinden. Zum Glück gibt’s das Internet.

Quelle: Leistungschutzrechte? Wofür denn??, Thierry Chervel bei perlentaucher.de

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