Die Erfindung des Lebens

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Nicht von jedem Buch welches ich gelesen habe, schreibe ich eine Rezension. Wenn ich aber eine verfassen möchte, dann lege ich das Buch auf meinen Schreibtisch. Mein Schreibtisch ist also auch eine Art „To-do-Liste“. Das kann mitunter problematisch werden. Denn wenn die To-do-Liste zu lang geworden ist, ist das Arbeiten am Schreibtisch aufgrund der eingeschränkten Arbeitsfläche sehr beengt. So wie jetzt, ich bin daher in die Küche umgezogen, um etwas von der Liste abzuarbeiten.

Das Buch, dass ich dazu mitgenommen habe, trägt den Titel „Die Erfindung des Lebens“. Autor des Romans ist Hanns-Josef Ortheil. Eigentlich wollte ich von ihm das Werk „Die große Liebe“ gekauft haben, weil mir das die Verkäuferin nahegelegt hatte: „Die große Liebe“. Ich hatte ihr zuvor erzählt, dass ich gern ein Buch lesen möchte, welches sich auch vom Schreibstil empfiehlt. Aber leider war „Die große Liebe“ vergriffen. Das soll mitunter vorkommen. Darum habe ich mich auf „Die Erfindung des Lebens“ konzentriert. Das war noch möglich. Womit ich meine: Das Buch war noch zu haben.

Hat der Roman meine Erwartungen erfüllt? Nun, ich habe ihn durchgelesen und ich schreibe über ihn. Das spricht schon für ihn. Soweit ich das beurteilen kann, ist der Schreibstil qualitativ hochwertig. Wobei das beim Lesen des Romans nicht unbedingt auffällt. Ein guter Schreibstil kann sich auch dadurch auszeichnen, dass er eben nicht auffällt, dass der Leser den Text ohne Schwierigkeiten lesen kann. Denn manchmal beobachte ich, einige Autoren wie Leser glauben, ein „aufgesetzter“ Schreibstil sei gleichbedeutend mit Qualität. Womit ich einen Schreibstil meine, der bei mir den Eindruck erzeugt, als wolle der Autor damit sich und nicht die Handlung in den Vordergrund stellen.

„Die Erfindung des Lebens“ ist ein autobiografischer Roman, in dem die Erzähllinien seiner vorhergehenden Romane zusammengeführt werden, wie der Autor, Hanns-Josef Ortheil, selbst in einem Video bei youtube.com erklärt. Das war mir beim Lesen des Romans nicht bekannt. Das Leben des Protagonisten erschien mir bereits beim Lesen sehr außergewöhnlich. Es ist halt ein Roman, dachte ich. Umso erstaunter war ich, als ich davon erfuhr, wie sehr die Geschichte das Leben des Autors widerspiegelt.

Große Spannungsbögen kommen in dem Roman jedoch nicht vor. Dennoch ist er auf seine eigene Weise fesselnd. Vielleicht kann man es mit „sanft fesselnd“ umschreiben. Wenngleich es mir Freude gemacht hat den Roman zu lesen, habe ich anschließend nicht den Wunsch gespürt, nun auch unbedingt „Die große Liebe“ haben, Entschuldigung, lesen zu wollen.

Übrigens: Das Foto oben, habe ich nicht ohne Grund gewählt. In dem Roman spielt die Musik – das Klavierspiel – eine große Rolle.