Casting für den Köterberg

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Woran denkt Ihr, wenn ich Euch das Wort „Köterberg“ zurufe? Ich würde auf die Frage das aus meiner Sicht Übliche runterbeten: Ein Ortsteil von Lügde, der höchste Gipfel im Lippischen Bergland und so weiter. Aber erst sehr weit unten auf meiner Assoziations-Liste würden dann auch die Begriffe Köter und Hunde auftauchen.

Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Ich bin Lügder. Der Köterberg ist für mich so normal wie die Milch im Kaffee. Und meines Wissens ist dort oben nie eine erhöhte Köter-Population verzeichnet worden. Das heißt aber nicht, dass es dem Köterberg an interessanter „Vegetation“ fehlt. Der Köterberg ist ein beliebter Treffpunkt für Motorradfahrer. Gemessen an der größten Gruppe seiner Besucher müsste der Köterberg eigentlich Biker-Mountain heißen. Wir halten fest: Der Köterberg – statt bellende Vierbeiner röhrende Zweiräder. Soheit, so gut.

Vor etwa drei Wochen rief mich ein Mitarbeiter vom WDR an. Er verkündete mir, dass der WDR beabsichtige, eine kleine Serie über Orte mit lustigen Namen zu bringen. Der Köterberg würde ebenfalls auf seiner Liste stehen. Geplant sei, den Spassfaktor, dem jeweiligen Ortsnamen entsprechend, in Vordergrund zu stellen, ließ mich der junge Mann wissen und unterbreitete mir einige seiner Ideen.

Auf jeden Fall würden viele kläffende Hunde benötigt, schilderte er mir. Wenn es einen Hundesalon in der Nähe des Berges gibt, würde man darin auch eine kurze Sequenz drehen wollen. Schön wäre auch ein Tierarzt mit einer „Tierarztpraxis auf Rädern“, der bereit wäre, auf dem Köterberg eine Sprechstunde abzuhalten. Gibt es in der Gegend Therapiehunde, „die“ Einblicke in ihre Arbeit geben würden?, wollte er von mir wissen – und so weiter, und so weiter.

Das könnte was werden, dachte ich, und sah vor meinem inneren Auge eine riesige, weiße Pudeldame mit reichlich Lockenwicklern im Fell kritisch in den Spiegel eines Hundesalons blicken. Der Pudelberg – endlich mal ein Film über Lügde ohne dieses heimelige und verklärte Marketinggesäusel.

Von mir wollte der Guteste auch etwas: Ich sollte ihm die Leute für´s Casting zuspielen – also die Ansprechpartner vor Ort benennnen, die ihm bei der Umsetzung des Projektes unterstützen können. Ich brauchte nicht zu überlegen. Schon als der WDR-Leut mir seine Ideen unterbreitete, dachte ich an das Team von der Lügder Hundeschule „M u. M’s Hundeausbildung“. Zwei Kolleginnen von mir sind dort aktiv und ich war mir ziemlich sicher, dass sie, wenn es irgendwie machbar ist, für eine kleine Showeinlage genügend ausgebildete Hunde zusammentrommeln können.

Meine Kolleginnen waren Feuer und Flamme: »Wir können auch Suchhunde aufbieten, die den Mann von der Maske finden, weil der sich aus Angst vor den vielen Hunden „verflüchtigt“ hat«, schlugen sie vor, »und für die Begrüßung des Moderators auf dem Köterberg könnten wir zum Beispiel eine Dogge ins Programm bringen.«

Obwohl der Dreh nur etwa eineinhalb Wochen vorher angekündigt und der genaue Termin erst ein paar Tage vorher festgesetzt wurde, war die Lügder Hundeschule mit einem großen Aufgebot vor Ort. Ich denke, sie haben das Gros dazu beigetragen, dass der „etwas andere“ Film über den Köterberg zustande gekommen ist. Denn auch zu der Hundepension, in der der WDR meines Wissens ebenfalls eine Sequenz abgedreht hat, hat die Lügder Hundeschule den Kontakt hergestellt. Liebe Leute vom Lügder Hundeverein: Das war ein super Einsatz von Euch!

Der WDR hat aber auch ein unglaubliches Dusel gehabt: Eine hochmotivierte Truppe von der Lügder Hundeschule, tolle Biker, denn die durften selbstverständlich auch nicht fehlen, und hervorragendes Wetter auf dem Köterberg.

Nach dem, was mir meine Kolleginnen erzählt haben, muss der Dreh ein tolles Erlebnis für alle Akteure gewesen sein: Ein Wettrennen zwischen Hunde und Motorradfahrer, das die Biker jovial verloren haben, Hunde die den Sendeturm auf dem Köterberg anbellen sollten, sich aber verweigerten (weil es nicht im Drehbuch stand), Mopedfahrer die sich in Hunde, und Hunde die sich in Biker „verliebten“, Hunde die ihre Liebe zum „Beiwagenfahren“ entdeckten und jetzt vermutlich noch wochenlang ihren Frauchen in den Ohren liegen, sich doch alsbald auch so ein „Dreirad“ anzuschaffen… der Köterberg ist eben auch ein Kontaktbahnhof. Vielleicht liegt das an der schönen Aussicht dort oben.

Damit Ihr Euch ein Bild vom Drehtag machen könnt, gebe ich ab an die Fotogalerie der Lügder Hundeschule.