Bürger-Stimmen von der Sozialraumkonferenz in Lügde

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 3 Minuten

In den zurückliegenden zwei Wochen bin ich auf „Stimmenfang“ gegangen. Mehr zufällig denn gezielt habe ich mich mit Menschen über die Auftaktveranstaltung der „Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz“ in Lügde unterhalten. Hier einige Aussagen daraus:

Hinweis: Auch wenn ich die einzelnen „Bürger-Stimmen“ als Zitat gekennzeichnet habe, es sind keine wortwörtlichen Wiederholungen der Aussagen. Es sind Wiedergaben der Aussagen aus dem Gedächtnis.

Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz – der Titel der Veranstaltung klingt ziemlich gewaltig für eine kleine Stadt wie Lügde. Was meint ihr denn eigentlich, wenn ihr vom Wirtschaftsraum und vom Sozialraum Lügde redet?

Das ist eine gute Frage. Selbstverständlich kann ich mir ad hoc dazu etwas zurecht stammeln, was vermutlich sogar einigermaßen glaubwürdig klingt. Aber ich bin hier nicht als Ghostwriter tätig.

Was genau haben sich die Organisatoren bei den Begriffen „Wirtschaftsraum Lügde“ und „Sozialraum Lügde“ gedacht? Ich würde das auch gern wissen. Denn ich glaube, es spart viele Erklärungen, wenn man sich als Organisator die Definitionen selbst bewusst macht, und sie dann, schon lange vor dem Startschuss, allen, besonders denen die mitmachen sollen, verständlich erläutert.

Wenn man gewusst hätte worum es eigentlich geht, hätte man sich vielleicht schon vorbereiten können. Einigen war wohl auch nicht klar, wie die Veranstaltung ablaufen soll.

Meines Erachtens zeigen diese Aussagen, dass mehrere Dinge im Vorfeld der Veranstaltung zu wenig deutlich gemacht wurden. Beispielsweise: Was ist eigentlich Sinn und Zweck der Veranstaltung als Ganzes? Dazu gehört auch die Definition der Begriffe im Titel (siehe oben). Und was wird von den Teilnehmer in den einzelnen Handlungsfeldern gewünscht?

Worauf haben sich eigentlich die anderen Arbeitsgruppen am 2.2.2011 verständigt?

Arbeiten wir nun bis zum Schluss alle nebeneinander her, ohne etwas aus den anderen Handlungsfeldern zu erfahren? Auch mich interessiert Lügde als Ganzes, und nicht nur, was in „meiner“ Unterabteilung des Handlungsfeldes Bildung und Schule passiert. Allein bei den Handlungsfeldern sind schon Schnittmengen erkennbar. Ich nehme an, dass sich die Zahl der Schnittmengen durch die Bildung der „Unter“-Arbeitsgruppen sogar erhöht. Wie wird vermieden, dass dadurch in zwei oder mehr Arbeitsgruppen an den gleichen Gedankenansätzen gearbeitet wird?

Die Auftaktveranstaltung fand am 2. Februar statt. Das nächste Treffen ist für den 6. April angeordnet angesetzt – die Zeitspanne ist zu groß.

Der Grund dafür ist mir nicht bekannt. Aber ich habe mich ebenfalls über die große Zeitspanne gewundert. Mal schauen, vielleicht beginnen wir in unserer Arbeitsgruppe schon etwas früher…

Laut Info soll die Veranstaltung nach drei Monaten beendet sein. Und was macht ihr dann?

Ja, was dann? Wird es am Ende einen Abschlussbericht geben, der dann, wie viele andere Berichte vor ihm, fast unbeachtet in den Regalen verstaubt? Ist die Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz in Lügde ein Projekt, oder der Auftakt zu einem Prozess?

Das Ganze klingt doch sehr nach Aktionismus, nach einer Alibiveranstaltung.

Ich hoffe auch, dass dieser Beigeschmack schnell verschwindet. Trotzdem wüsste ich gern, was die tatsächlichen Motive dafür sind, dass die Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz in Lügde stattfindet. ;-)


Wie eigentlich immer, verstehe ich diesen Text und die anderen Artikel zum Thema nicht als Kritik im negativen Sinne. Ich möchte nur Anregungen geben – vielleicht für künftige „Bürgerbeteiligungen“.