Becks letzter Sommer

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Der Ausschnitt von einer Seite des Romans „Becks letzter Sommer“ von
Benedict Wells.

Jessas, wird das noch was?, dachte ich anfangs. Der Roman „Becks letzter Sommer“ von Benedict Wells beginnt etwas schleppend. Das dieser Eindruck bei mir entstanden ist, liegt rückblickend betrachtet mehr an den beschriebenen Darstellern, als an der Story. Denn Helden sind die drei männlichen Protagonisten nicht – nicht im Sommer des Jahres 1999…

Richtig Fahrt nimmt die Geschichte auf, als die drei, Robert Beck, ein deprimierter Gymnasiallehrer, sein bester (und einziger) Freund Charlie, ein wandschrankgroßer, manisch-depressiver, drogensüchtiger Deutschafrikaner und Beck´s aus Litauen stammender Schüler Rauli, ein begnadeter Gitarrist, sich aufmachen, mit einem alten VW Passat in die Türkei zu fahren. Der Grund: Charlie, der sich spontan von der Klinik „beurlaubt“ hat, will unbedingt seine (angeblich) todkranke Mutter „da rausholen“…

Becks letzter Sommer erinnert mich ein bisschen an das Buch High Fidelity, obwohl es meines Erachtens nur eine deutliche Parallele gibt: In beiden Büchern ist viel von Musik, Musiktiteln und Musikern die Rede.

Benedict Wells Debütroman lässt sich flüssig lesen. Dazu trägt auch bei, dass Benedict Wells den Roman, mit winzigen Ausnahmen, in einem Handlungsstrang erzählt. Seine Charaktere beschreibt er mit der Handlung, und nicht in langen, separaten Textteilen. Die Dialoge seiner Darsteller sind lebensnah. Die einzelnen Szenen schildert er nachvollziehbar, ohne dabei äußerst akribisch zu sein. An einigen Stellen wirkt der Roman etwas realitätsfern und lückenhaft, dem Lesespaß tut das jedoch keinen Abbruch.