Von Weihnachtsgrüßen und Weihnachtskarten

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Ein verschnörkeltes Detail von einem Treppengeländer, darauf liegt
Schnee.

Zurzeit flattern sie wieder rein, die „lieben Grüße“ zu Weihnachten und zum Jahreswechsel. Besonders die Weihnachtsgrüße, die in gleicher Art und Weise an eine Vielzahl von Adressaten versandt werden, haben es mir angetan.

Wenn es denn unbedingt sein muss – „weil man das doch so macht, und weil es, ach so gut bei den Leuten ankommt“…

…dann sollte man sich ein bisschen Mühe beim Texten geben.

Der eigentliche Sinn und Zweck der Übung ist doch, drei, vier Kernaussagen zu transportieren:

  1. vielen Dank für die überragende Zusammenarbeit,
  2. ich wünsche schöne Festtage,
  3. einen guten Rutsch und
  4. alles Gute für die Zukunft.

Aber einigen reicht das nicht. Sie möchten den Kernaussagen eine Art Jahresbilanz oder dergleichen hinzufügen. Das soll, so vermute ich, einen Ausgleich für den fehlenden, individuellen Charakter des Weihnachtsgrußes herstellen.

Allerdings: Mehr Sätze bedeuten nicht zwingend mehr Aussagen. Denn wenn man den Text von derartig „erweiterten“ Weihnachtsgrüßen Satz für Satz auseinander nimmt und nach Aussagen durchsucht, dann bleiben nicht selten, neben der heißen Luft, schlussendlich doch nur die drei, vier Kernaussagen übrig.

OK, der gute Wille war da, könnte man argumentieren. Nur sollte man bedenken, dass so ein Geschwalle beim Adressaten auch einen Faden Beigeschmack erzeugen kann. Bei mir ist das so, bei mir „kommen solche Grüße nicht gut an“.

…dann sollte man keine Weihnachts-Karten verschicken.

Schlimm finde ich, wenn Weihnachtsgrüße an einen größeren Kreis von Adressaten in der heutigen Zeit noch per Weihnachts-Karten verschickt werden. Nur ein handgeschriebener, individuell formulierter Weihnachtsgruß ist es wert, dafür 160 g/qm Papier zu verwenden!