Unerfüllte Wünsche

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Die Vorderseite eines kleinen Häuschens aus
Streichhölzern

Die Vorderseite eines kleinen Häuschens aus Streichhölzern

Als ich gestern in der Asservatenkammer meiner Vergangenheit nach den Modell-Autos von Wiking suchte, entdeckte ich das auf den Fotos gebannte Streichholz-Häuschen.

Ich schließe nicht aus, dass ich irgendwo in diesem Soheit-Eintopf von Texten die Geschichte zu dem Häuschen schon mal erzählt habe. Ein Foto von dem Blockhaus war aber gewiss nicht dabei. Nunmehr also die Fotos zur Geschichte.

Die Rückseite eines kleinen Häuschens aus
Streichhölzern

Und die Geschichte zu den Fotos (auch wenn es möglicherweise eine Wiederholung ist):

Als kleiner Junge habe ich mir immer eine Modelleisenbahn von Märklin gewünscht. Und schon als Kind war Geduld für mich ein Hochleistungssport. Also begann ich, kleine Pappschachteln zu sammeln, „klaute“ meinem Vater ein bisschen Gips aus seinem Vorrat und modellierte damit, auf einer zirka einen Quadratmeter großen Holzplatte, eine Landschaft mit Bergen, Bächen, Wasserfällen, Seen und Straßen.

Häuser gab es selbstverständlich auch. Es waren Blockhäuser aus Streichhölzern. Architektonische Risiken habe ich nicht gescheut. Ob an Berghängen oder auf Holzstelzen im See – für meine Lieben, die darin wohnen sollten, war mir keine Idee zu schade.

Anfangs standen mir nur Streichhölzer zur Verfügung, die ich meinem Vater und meinem Opa aus dem Aschenbecher stibitzen konnte. Die Baustellen kam daher nur schleppend voran.

Selbstverständlich habe ich versucht, den Maßstab „H0“ einzuhalten. Schließlich sollte das Phantasie-Gebirge mal Teil einer Modelleisenbahn-Landschaft werden. – Das „Gebirge“ ist schon vor Jahrzehnten in den Sperrmüll gewandert. Sein Überleben hat das Häuschen nur dem Grund zu verdanken, das es eine Baustelle ist und nicht zur Stelle war.

Eigentlich sollte es ein Gebäude ersetzen, dass den Wärmeschutz-Vorschriften nicht entsprach. Nun, das stimmt so nicht ganz. Einige Gebäude waren schon fertiggestellt, als ich mit mir übereinkam alle Gebäude mit einem Stromanschluss zu versehen. Damit das Licht der kleinen Lämpchen in den Häusern nur durch die Fenster und Türen, und nicht durch alle Fugen leuchtete, musste ich die Gebäude halt von innen „isolieren“.

Meine Phantasie-Landschaft ist nie von einer Modelleisenbahn umkreist worden. Aber ihre Geschichte hat mir schon früh gezeigt: Es fördert die Kreativität, wenn nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen.