Überbewertet

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Foto von einer alten Rechenmaschine aus
Metall

„Überbewertet“, das ist mein Wort der Woche! Es kann auch das Wort der vergangenen zwei Wochen sein, oder das des Monats Januar/Februar, also halb Januar, halb Februar… Ganz egal, „überbewertet“ hat´s mir angetan.

Warum? Ob geschrieben oder gesprochen, in jüngster Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, als ob mir nahezu jeder belegen wollte, dass auch er den Begriff in seinem Wortschatz führt. Das erzeugte bei mir einen ganz eigenartigen Reflex. Lauschte ich zum Beispiel jemandes Ausführungen, spürte ich bisweilen wie ich immer unruhiger wurde, wenn das erlösende Wort nicht fallen wollte. Könnte ich Laufschrift auf meiner Stirn anbieten, wäre dort zu lesen gewesen: ›Überbewertet. Überbewertet. Überbewertet. Los, sag´s schon! Mach hin!‹

Aber was bedeutet das, wenn man dergeleichen ließt beziehungsweise hört?

  • Der Papst? Überbewertet.
  • Die Politik? Überbewertet.
  • Mundgeruch? Überbewertet.
  • Der Euro? Überbewertet.
  • Streusalz? Überbewertet.
  • Die Wirtschaftskrise? Total überbewertet.

Nun, mal abgesehen von meinen schulischen Leistungen, ist offensichtlich nichts *unter*bewertet worden. Wenn hierzulande irgendetwas bewertet wurde, dann wurde es überbewertet.

Ich finde das dramatisch! Es muss doch einen tiefen, allumfassenden Grund haben, wenn eine solche Feststellung so oft bemüht, ja geradezu strapaziert wird.