Tunnellauf in Lügde: Nur Sieger!

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Jogger auf der Umgehungsstraße
Lügde

Es gibt Dinge, die kann selbst ich nicht erklären. Zum Beispiel: Warum stehe ich an einem Sonntag wie den heutigen früher auf? Die Antwort: Ich wollte die Tunnelläufer fotografieren, aber vorher noch mein Sportprogramm durchziehen. Das ist eine Antwort, aber keine Erklärung. Hätte es nicht gereicht, mich selbst beim Sport zu fotografieren? Schöne Motive wären bestimmt dabei gewesen, das könnt Ihr mir glauben.

Die Aufgabenstellung: Fotos von Läufern und Walkern – aber von verschiedenen Standorten. Lösung: Fahrrad. Also schnappte ich mir meinen treuesten Freund, das Zweirad, und fuhr zum Kreisel Nord. Da sollte, ich war mir sicher, der Tunnellauf beginnen.

Für Leser, die erst später zugeschaltet haben: Es geht hier um den Tunnellauf anlässlich der Eröffnungsfeier der Umgehungsstraße in Lügde. Bevor die Straße morgen für den PKW-Verkehr freigegeben wird, durfte gestern und heute das Zu-Fuß-Volk die Straße testen.

9.50 Uhr: Am Kreisel Nord angekommen traf ich zwei fröstelnde Jogger, die bereits auf den Start des Laufes warteten. Zehn Minuten vor dem Beginn stehen erst zwei Läufer am Start? Merkwürdig. Wo ist das Begrüßungskomitee? Vergeblich bin ich aber nicht hier, grübelte ich, und fotografierte erst einmal die beiden wartenden Läufer aus Besigheim und Holzminden.

Während wir uns noch be- und wunderten, gesellten sich zwei weitere Läufer zu uns. »Wie, mehr nicht?« »Mehr nicht.« Ein Fahrzeug von der Feuerwehr hielt an. »Wo bleiben die anderen Läufer?«, wollte ich von dem Fahrer wissen. »Am Kreisel Süd. Los, steigt ein, ich bring euch hin! Das schaffen wir noch.« Ich sag´s doch: Auf unsere Lügder Feuerwehr ist Verlass.

Ich bin nicht mitgefahren. Klaus-Dieter, mein Radel, wartete schließlich an der Leitplanke. »Du elender [piep]! Lästert über Leute, die nicht mehr als zwei Absätze lesen wollen, und liest selbst nicht vernünftig!«, tadelte ich mich, während ich auf der Überholspur in Richtung Tunnel Süd strampelte.

Kaum war ich dort, musste ich schon wieder abdrehen. Sonst hätten sie mich bestimmt überrannt – so motiviert sahen die Läufer aus. Ich hatte meine Mühe, mit „Klaus-Dieter“ immer genügend Abstand zu wahren.

Zurück am nördlichen Ende der Umgehungsstraße, gönnte ich mir eine kleine Verschnaufpause zum Fotoschießen.

Die Lügder Laufgruppe hatte sogar noch genügend Energie für La Ola, dem imitieren von Wasserwellen durch das Hochreißen der Arme.

Kurz darauf stürmten die Walker herbei. Für eine „Wasserwelle“ hatten sie keine Zeit.

Das hat einen Grund. Die Lügder Nordic Walker sind schließlich Renntiere.

Auch die jugendlichen Senioren-Walker schossen mit einem Lächeln an mir vorbei.

Raus aus den Tunnel, rein in den Tunnel – heute wollten es die Sportler wissen.

So sehen Sieger aus!

Oder so:

Ich glaube, für die Lügder Laufgruppe war die Strecke keine Herausforderung. Selbst am Ziel präsentierten sie noch die „Wasserwellen“.

Ironman´s waren übrigens auch auf der Strecke.

Die Walker sahen am Ziel so aus, als wollten sie gleich noch eine Runde drehen.

»Sie hätten den Tunnel nach dem Sieger benennen können…«, meinte der Reporter, der neben mir stand und fotografierte, »…sonst müssen sie ihn doch noch „Scholand-Tunnel“ nennen.« »Also ich wäre ja für eine Buchstabenkombination aus Will, Scholand, Reker, Loges«, schlug ich vor. Wir haben uns kurz daran versucht, sind aber zu keiner Lösung gekommen. Frage an die Leserschaft: Habt Ihr Vorschläge?

Oh! Fast hätte ich vergessen es zu schreiben: An dem Tunnellauf in Lügde haben 122 Läufer und 32 Walker teilgenommen. Es gab nur Sieger!