Tunnelblick

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Eine Straße führt einen Berg herunter, weiter unten führt eine Brücke
über die Straße.

Wer sich die neuesten Straßenverkehrskreationen in Lügde ansieht wird feststellen, Tunnel sind für uns eine Obsession. Damit haben wir uns ganz gezielt ein gewisses „Herausstellungsmerkmal“ geschaffen, was wir selbstverständlich auch konsequent vermarkten werden:

»Kommen Sie nach Lügde, verschaffen Sie sich einen einmaligen Tunnelblick!«, lautete der Titel im ersten Entwurf zur „Image-Broschüre“. Da wir mit mehreren Tunnel punkten können, haben wir den Titel bereits eingekürzt. Außerdem wollen wir ja gerade nicht, dass der Besuch „einmalig“ bleibt.

Nun könnte ja ein Laie behaupten, dass das Artefakt auf dem Foto kein Tunnel sondern eine Brücke sei. Nun, nicht alle Menschen haben ein ausgeprägtes Verständnis für Kunst. Aber diesen Geschöpfen kann geholfen werden.

Über die angebliche Brücke führen die Schienen der Bahnstrecke Hannover – Altenbeken. Bis vor einigen Jahren teilte die Bahnstrecke Lügde in zwei „Stadthälften“. Um in die Stadthälfte oberhalb der Bahn zu gelangen, gab es drei Bahnüberquerungen. Man kann sich vorstellen, dass diese regelmäßig dazu beitrugen, den Verkehrsfluss zu behindern. Dramatisch war besonders, dass auch Rettungsfahrzeuge, vom Krankenwagen bis zum Feuerwehrfahrzeug, „am schnellsten“ nur über diese beschrankten Bahnübergänge in die Stadthälfte oberhalb der Bahn gelangen konnten.

Zurück zum Kunstwerk, dem Tunnel auf dem Foto: Angesichts dieser misslichen Situation entschlossen wir uns, auf den Bahn-Übergang „Kreuzstraße/Schildweg“ zu verzichten und wühlten uns stattdessen einen Bahn-Untergang, einen Tunnel.

So haben wir mit nur „einem Zug“ vier Punkte gewonnen: Lügde ist ein Stück mehr zusammengewachsen, Lügde ist sicherer geworden, der Verkehrsfluss wird seinem Namen gerecht und wir haben ein weiteres, kleines Kunstwerk geschaffen – mit Tunnelblick.

Und bist Du nicht willig, so buddele ich einen Tunnel!