Tag des offenen Gartens

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Ein Molch

Bislang habe ich, beziehungsweise mein Garten, noch nie an der Aktion teilgenommen. Dennoch habe ich jeden Tag massenhaft Besucher in meinem Garten, wie zum Beispiel den Bonsai-Drachen auf dem Foto.

In dem Garten wohnen und leben auch viele „Mieter“. Fragt man sie nach dem Mietvertrag, bekommt man einen hochkomplexen Vortrag über „konkludente Vertragsabschlüsse“ und „Observanz“ zu hören. So wie gestern: »Selbstverständlich zahle ich auch regelmäßig den Mietzins«, behauptete der kleine Igel, »ich fresse dir die vielen Schnecken weg.« Und volljährig sei er auch, bekundete er noch, um auch den letzten der von mir vorgetragenen Zweifel auszuräumen.

Beklagen kann ich mich eigentlich nicht. Die meisten Besucher und Mieter sind friedlich. Wie zum Beispiel die Hornissen, die in den vergangenen drei Jahren in einem Vogelnistkasten Quartier bezogen haben. Jener Vogelnistkasten hängt in meinem „Lesebaum“. Dennoch haben wir uns noch nie gestritten. Auch nicht, wenn ich in den Sommermonaten manchmal stundenlang, keine zwei Meter unterhalb des Nistkastens im Schatten des alten Kirschbaums lesend und Kaffee trinkend sitze.

Für manche Zeitgenossen ist halt jeder Tag „Tag des offenen Gartens“.