Sag Danke zum lieben Onkel!

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Tatsächlich, der „Treffpunkt“ hat sich wieder bedient.

Hier im Lügder, Bad Pyrmonter „Talkessel“ gibt es ein monatlich erscheinendes, zirka DIN A5 großes „Anzeigensammel-Heftchen“ namens „Treffpunkt“. Zwischen den unzähligen Anzeigen sind dort kurze Artikel im Sinne von „Was den T-Kessel bewegte“ abgedruckt.

Eine Kollegin machte mich gestern darauf aufmerksam, dass dort mal wieder etwas von mir zu lesen ist. Der „Treffpunkt“ hat sich den von mir verfassten, unter luegde.de veröffentlichten Text „Die weiße Jungfrau“ geschnappt, ein bisschen umgestellt und ihn samt des ebenfalls von mir geschossenen Fotos abgedruckt. Ein Hinweis woher der Text stammt oder wer das Foto geschossen hat, fehlt. Soweit die Vorgeschichte.

Ich schreibe diesen Text, weil ich so etwas schon häufiger beobachtet habe. Der Treffpunkt hat sich nicht zum ersten Mal an meinen „Werken“ schadlos gehalten und auch die Pyrmonter Nachrichten, eine hiesige Lokalzeitung, habe ich bei dieser wenig freundlichen Selbstbedienungsmentalität schon mehrfach ertappt. Wobei ich zur Entlastung der Pyrmonter Nachrichten hinzufügen muss, dass die Vorfälle schon etwas länger zurückliegen und dass es sich dabei hauptsächlich um Fotos ohne „Quellenangabe“ handelte.

Nun könnte man argumentieren: Der oben erwähnte Artikel ist auf der Website einer Stadt zu lesen – das wird ein Pressetext sein. Oder: Alles was eine „Stadt“ produziert ist eh „Allgemeingut“. Auf diese Punkte will ich hier nicht eingehen.

Worum geht es mir? Ich bin der Meinung, die Macher des Treffpunktes hätten mich wenigstens fragen können. Fragen können, wie in solchen Fällen, auch Wertschätzung zeigen. Ich respektiere das du die Arbeit gemacht hast. Dabei ist es zunächst pups-egal, ob ich dafür Geld bekommen habe oder nicht.

Wo ich gerade dabei bin: In den Aufbau und in die Betreuung der Website luegde.de habe ich viele, viele Stunden meiner Freizeit investiert. Ein sehr großer Teil der Fotos die dort zu finden sind, habe ich ebenfalls in meiner Freizeit geschossen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass mich vor diesem Hintergrund ein solches Handeln wie das des Treffpunktes oder das der Pyrmonter Nachrichten schon sehr wurmt.

Unabhängig davon: Ich bin denen nicht unbekannt und ich bin für sie nicht unauffindbar – daher halte ich es für ein Gebot des Anstandes und der Höflichkeit zu fragen: Dürfen wir jenen Text oder dortiges Foto verwenden? Und liebe Leute von der Presse: Dabei kommt es auch sehr auf das „Wie“ an.

Außerdem: Quellenangaben sind nicht nur rechtlich erforderlich, auch sie zeugen von einen respektvollen Miteinander: Dies ist nicht meine Arbeit, sondern die von XYZ.

Wirklich kuhl ist, wenn dann auch mal ein „Danke“ kommt. Ich muss das jetzt noch anhängen. Wie oft habe ich in der Vergangenheit Fotos durch die Gegend geschickt: »Hey, da hast du ein tolles Foto geschossen, darf ich es haben?« »Klar. Hier hast du´s.« Und dann? Dann war Funkstille. Leute, was hat die Mama immer gesagt? Sag Danke zum lieben Onkel!