Resturlaub

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 2 Minuten

»Und denk daran, der Titel des Buches lautet „Resturlaub“ und ist von Tommy Jaud!«, rief mein Bruder meiner Schwester hinterher. Es sei die Urlaubslektüre schlechthin, hatte er ihr vorgeschwärmt. Bislang sei jeder, den er das Buch empfohlen habe, von dem Buch begeistert gewesen.

Komm, bestell´s halt mit, dachte ich mir, als ich kürzlich wieder eine Bücherliste zusammenstellte. Wobei ich mich fragte: Warum hat er, also der wo mei Bruder isch, nicht mir den Tipp gegeben? Glaubt er, dass es meinen Geschmack nicht trifft? Würde es ihn stören wenn ich der erste wäre, der auf seine Empfehlung hin das Buch liest und es anschließend „zerreißt“?

Genau aus dem Grund entschied ich mich, von der aktuellen Bücherlieferung den „Resturlaub“ als erstes zu lesen. Wenn du glaubst…, ging es mir diebisch grinsend durch den Kopf. Mit der Herzenswärme eines liebenden Bruders suchte ich von Beginn an gezielt nach Schwachstellen im Buch.

Holpriger Beginn, schrieb ich mir auf einen imaginären Notizzettel. Geistreicher Satz auf Seite 21, lautet der nächste Eintrag:

Schnitzel, die noch immer weit über den Tellerrand schauen, ganz im Gegensatz zu den Leuten, die sie Woche für Woche dort bestellen.

Weitere Notizen habe ich mir erspart. Das Lesen war mir aus unerfindlichen Gründen wichtiger geworden. Ich sag´s nur ungern, das Buch ist… ich schreib´s mal so: Zerreisse kann ich´s net. Denn:

Des kannst net machen, weil des geht echt net.

lautet eine „fränkische Weisheit“, die Tommy Jaud als Motto seines Buches dem Text voranstellt. Ob er damit wirklich ungeneigte Leser wie mich ansprechen will, die das Buch doch bitte vorurteilsfrei lesen mögen? Ich weiß es nicht. Es kann auch sein, dass das eine versteckte Empfehlung an alle Leser ist: Das kannst net lesen, weil des geht echt net.

Für die, die mal wieder nicht durch meine verschwurbelten Andeutungen und Metaphern durchsteigen:

Das Buch lässt sich schnell und mühelos durchlesen. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass der Text aus nur einem Handlungsstrang besteht. Die Geschichte ist voller humorvoller, manchmal etwas zu dick aufgetragener, skurriler Situationen. Die Vielzahl der schrägen Begebenheiten und die bisweilen unglaubwürdigen Zufälle konditionieren den Leser derart, dass etliche Situationen, auch der Ausgang der Story vorhersehbar werden.

Fazit: „Resturlaub“ ist kurzweilige, spaßige Unterhaltung ohne Werbeunterbrechung – aber nicht mehr. Das Buch ist eine nette Urlaubslektüre. Allerdings empfehle ich weitere Bücher einzupacken, denn wie gesagt, die Geschichte ist zügig gelesen.