Rechtsfreie Räumlichkeit?

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»Hallo, ich habe eine Homepage gebastelt. Weil ich sie füllen wollte, habe ich auch Texte und Fotos aus Ihrer Website entnommen.«

So in etwa lauten die ersten Sätze einer E-Mail, die mir vergangene Woche „auf den Tisch flatterte“. Wer seine Mitteilungen so einleitet, der kann sich meiner Aufmerksamkeit für den weiteren Text sicher sein:

»Es wäre toll, wenn Sie mal meine Homepage besuchen und eventuelle Verletzungen des Rechts Ihrerseits von meiner Seite aus beanstanden, damit ich diese eventuell löschen kann.«

Ja, wenn das kein Angebot ist. Und dann noch das:

»Außerdem würde ich mich freuen, wenn Sie meine Homepage verlinken.«

Also wirklich, es hätte schlimmer kommen können. Denn:

  1. Es ist nichts weggekommen.
  2. „Mein“ Web-Angebot kommt an. Warum sollte er sich sonst dort bedienen.
  3. Der E-Mail-Schreiber fragt mich – zwar erst nach der Tat, aber immerhin.
  4. „Strafmildernd“ kommt hinzu, dass von ihm an jedem der vervielfältigten Schmuckstücke ein Schild „geklebt“ worden ist, auf dem zu lesen ist, in welchem Juwelier-Laden er sich bedient hat.

Allerdings sehe ich keinen Sinn darin, Plagiate auch noch zu verdrahten. – Stattdessen hat der „Guteste“ einen „netten“ Brief bekommen.