Politik als Tütensuppe

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Eine Baumkrone ohne Laub im Sonnenlicht des späten
Nachmittag

»Vielleicht hätte es ein bisschen intensiver gewürzt sein können«, meinte sie, nachdem sie von ihrem Essen genossen hatte. Mit einer Gabel reichte sie mir eine Kostprobe. »Hm! Das finde ich nicht«, stellte ich für mich fest.

Wieder einmal fragte ich mich, ob unsere Geschmacksknospen nicht doch von den vielen Geschmacksverstärkern an Sensibilität einbüßen. Kann man bei den Tütensuppen & Co.KG überhaupt noch von einer Kultur des Essens sprechen?

Kleiner Tipp nebenbei: Das Lokal in dem wir so lecker gespeist haben, ist das „da Mascialino“ in Detmold. Wir waren zum ersten Mal dort; der Zufall hatte uns „hineingespült“.

Zuvor hatten wir die Baumschule Krämer angesteuert. Eine kleine, aber sehr, sehr feine Baumschule. Das Angebot der Baumschule Krämer ist vielfältig und die Bedienung ist wirklich exzellent!

Die Expertin, die uns beraten hatte, gab uns von verschiedensten Kräutern zu probieren. »Ich sag´ Ihnen jetzt mal nicht, wie die Pflanze heißt. Na?«, fragte sie schelmisch, »wonach schmeckt das?« Wir sahen uns kurz an und waren uns einig: »Nach Lakritz.« Es stimmte, wir hatten von einer Lakritz Tagetes gekostet.

Ja, ja, die Gustatorische Wahrnehmung. Vorhin las ich einige Artikel und Kommentare zu unseren politischen Großbaustellen. Gibt es Politik eigentlich nur noch als Tütensuppe? Mir kam dieser Vergleich in den Sinn, weil ich bei dem über gebühr polemischen Stil in den Texten wieder an Geschmacksverstärker denken musste.