Musik-Tipp: Nightflight

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Kennt Ihr das auch: Eine Feier oder ein Lokal, mehr oder weniger leise Hintergrundmusik, du unterhältst dich angeregt, doch dann wird deine Aufmerksamkeit abgelenkt – manchmal schleichend, ein andermal schon nach wenigen Takten? Obwohl ich mich nicht als den Musikfreak bezeichnen würde, passiert mir das häufiger.

Und wenn Dir der Titel nicht bekannt ist, läufst Du dann auch los, weil Du ihn wissen willst? »Entschuldige bitte! Vergiss deine Rede nicht. Das Stück hört sich genial an. Ich muss mal eben fragen von wem es ist.« Kürzlich, auf der Geburtstagsfeier eines lieben Freundes, war ich mal wieder so unhöflich…

»Die Stücke habe ich bei Alan Bangs gehört, kennst du seine Sendung „Nightflight“?« Ich kannte sie nicht. »Die musst du dir unbedingt mal anhören. Sie kommt jeden Sonntag zwischen 23 und 24 Uhr auf DRadio Wissen.« »Um die Uhrzeit muss der Volker Bubu machen«, gab ich zu bedenken. »Pah, schneide die Sendung doch mit

Besagter Freund erkannte wohl, das mir das zu umständlich war. Weil er mich dennoch „infizieren“ wollte, legte er mir vor ein paar Tagen einen auf CD gebannten Mitschnitt vor die Haustüre. Als ich mich bei ihm dafür bedankte empfahl er mir noch: »Schau dir auch das Interview mit Alan Bangs bei „radiobremen.de“ an.«

Ja, der gute Alan Bangs. Untrennbar mit seinem Namen ist für mich das Wort „Loreley“. Juni 1996, das Open Air Festival auf der Freilichtbühne Loreley, ich glaube es war kurz vor dem Auftritt von David Bowie als Alan Bangs die Festival-Besucher auf der Loreley begrüßte. Seitdem kann ich das Wort „Loreley“ nur noch mit einem breiten, amerikanischen Akzent aussprechen.

Well, let’s continue. Ich habe mir den Mitschnitt angehört, mir daraufhin als erstes die Playlist [siehe: nightflights.de/radio.hmtl PDF] angesehen und anschließend gleich zwei Stücke via iTunes heruntergeladen. Alan Bangs ist ein begnadeter „Komponist“! Ich kann die Sendung „Nightflight“ auf „dradio.wissen.de” nur empfehlen!

„Nebenbei“: Alan Bangs war wohl auch mal Moderator bei „Eins Live“. Er soll dort entlassen worden sein, weil er Chopin, die Neubauten, Hendrix und Jaques Brel gespielt hat [Quelle: poptext.de, Alan Bangs, Interview, Musikexpress 1295]. Alan Bangs kommentierte das in einem Interview so:

Gerhard Poldt hat mal gesagt: Das Maß aller Dinge ist das Mittelmaß. Und all diese mittelmäßigen Leute, diese Ja-Sager, kommen überall an die verantwortlichen Posten in den Sendern und können in ihrer Umgebung nichts weniger ertragen als Leute, die eine eigene Meinung haben. Sie brauchen Leute, die sagen “Vielen Dank, daß ich für Sie arbeiten darf.”

Quelle: poptext.de - Alan Bangs [Interview, Musikexpress 1295](http://www.poptext.de/Seiten/archiv/bangs95.htm)

Bemerkenswert finde ich die Geschichte insofern, als das sie meines Erachtens ein „schönes“ Beispiel für „Masse statt Klasse“ ist.