Lügde: Besuch von der Regierungspräsidentin

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Die Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Detmold, Frau Marianne
Thomann-Stahl.

Wenn die Regierungspräsidentin, Marianne Thomann-Stahl, persönlich nach Lügde reist um einen Bewilligungsbescheid zu übergeben, dann hat das schon eine besondere Bedeutung. Denn so groß ist Lügde, beziehungsweise so klein ist der Regierungsbezirk Detmold ja nun nicht.

Aber 1.486.000 Euro für eine Maßnahme, dass ist für Lügde schon eine größere Hausnummer. Denn so viel soll es kosten, den „Emmerauenpark“ herzustellen. Der Emmerauenpark ist aber nur ein Baustein von mehreren, die zu dem Projekt „Lügde 2015“ gehören. Ohne finanzielle Unterstützung „von oben“ ist so etwas für eine kleine Stadt nicht zu bewältigen. Und genau die hat die Regierungspräsidentin für den Bau des Emmerauenparks vor zwei Tagen avisiert.

Nebenbei: Im LippeWiki unter „Emmerauenpark Lügde“ haben wir begonnen, einige Infos zusammenzufassen.

Soweit für heute zu den Formalien…

Ich habe vermutet, dass die Regierungspräsidentin mit einem kleinen Tross von Dezernenten anreisen würde. Dem war nicht so. Forsch, aber freundlich, geradezu fröhlich kam sie in den Sitzungssaal des Lügder Rathauses, und gab jedem der Anwesenden die Hand.

So unprätentiös wie ihr Auftreten, war auch ihre Sprache. Sie sprach klar und ungestelzt. Aussagen untermauerte sie gern mit kurzen Beispielen. In ihrer Ansprache waren auch ein paar persönliche, zurückliegenden Eindrücke von Lügde eingeflochten. Allegorien und Methapern waren nicht ihr Stilmittel. Worthülsen sind mir in ihren Beiträgen ebenfalls nicht aufgefallen.

Interessant wird es oft, wenn die Vertreterinnen und Vertreter der Presse zur Jagd blasen zum Pressefoto bitten. (Ich denke, darüber werde ich mal einen separaten Artikel verfassen.) Auch bei den Fotos für die Presse zeigte die Regierungspräsidentin Professionalität.

Trotz ihrer Position wirkte sie für mich nicht wie ein abgebrühter, durch und durch routinierter, mit seiner Stellung gern kokettierender Mensch. Gleichwohl zeigten mir auch viele Details, dass sie ihren Job beherrscht. Hier ein paar Beispiele:

  • Man muss keine persönlichen Bezüge zum Thema einflechten. Aber man kann damit eine stärkere Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Das ist ein einfaches, taktisches Mittel der Rhetorik.
  • Metaphern können einen Text, eine Ansprache anschaulich und lebendig werden lassen. Sie häufig oder immer wieder einzubinden, kann auch schnell ermüdend und langweilig wirken (das muss ich gerade sagen). Frau Thomann-Stahl benötigte dieses Stilmittel wie geschrieben nicht.
  • In der kurzen Diskussion nach den Erläuterungen des Projektes „Emmerauenpark“ zeigte sich die die Regierungspräsidentin sehr interessiert: »Darf ich ein paar Fragen stellen?« Auch das stellt Nähe her.
  • Die Fragen die sie stellte und die Tipps, die sie damit gleichzeitig übermittelte machten deutlich, dass sie sich in das Projekt und auch in die Bedürfnisse der späteren Benutzer des Emmerauenparkes hineingedacht hat.

Kurzum: Hölzern, staatsmännisch tragend, abgehoben, sind keine Attribute die ich der Regierungspräsidentin zuordnen würde, sie war – nett. Noch etwas hat sie mir sympathisch gemacht: Auch wenn sie dabei unermüdlich lächelte, ich glaube in ihrem Gesichtsausdruck herausgelesen zu haben, dass ihr, im Gegensatz zu einigen weniger hoch positionieren Menschen, an einem Blitzlichtgewitter nicht besonders viel liegt.