Ja, bin ich denn… ?

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Ein wieherndes Pferd

»Komm doch am Wochenende zum Pfingstturnier. Mein Schwager ist auch da.« »Was soll ich denn bei Eurem Reitturnier in Bad Pyrmont? Und was habe ich mit Deinem Schwager zu tun? Den kenne ich doch gar nicht.« »Mein Schwager blüht da immer richtig auf. Er ist der Turniertrottel.«

»*Der was? Der Hofnarr?*« »So was ähnliches. Er macht alle Handreichungen, die wir Reiterinnen ihm zurufen. Er hilft das Pferd aus dem Anhänger zu holen, besorgt Getränke und auch mal einen Pausenimbiss, reicht den Campingstuhl – und zwischendurch fotografiert er. Und weil er die Arbeit schon sieht, dass heißt sie ohne Anweisungen vornimmt, ist er bereits zum OTT, also zum Oberturniertrottel aufgestiegen.«

Meine Kollegin hat einen tollen Schwager.

Nun, so ist das Leben eines lippischen Grenzpostens. Die Grenze zu Niedersachsen verläuft direkt vor meiner Haustüre. Und wenn vor den Toren Lippes ein Turnier stattfindet, werden wir Grenzer schon mal gefragt: „Hey, kannst Du mal aushelfen?“ Das ist doch Ehrensache! Eigentlich. Aber als Turniertrottel? Das geht zu weit: Ich bin doch nicht der Himbeertoni!

Bei der Gelegenheit will ich gerne noch mal darauf hinweisen: Mein Herz schlägt lippisch!