Im Fadenkreuz

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Die Augen geradeaus! Helm ab zum… Keine Sorge, es folgt jetzt kein Präsentiermarsch – aber es geht ums Schießen. Und außerdem musst Du ernst dabei bleiben – sehr ernst sogar.

»Das ist nicht biometrisch!«, gab mir eine Freundin, ihres Zeichens eine begnadete Fotografin, zu bedenken, als ich ihr das von mir geschossene Passfoto von meiner Frau Mama zeigte (siehe auch Kapitel I der Geschichte). So was, und das, wo ich mir so viel Mühe gemacht habe, grummelte ich. Normalerweise kann ich mit Kritik gut umgehen – aber Leute: Künstler kritisiert man nicht! Und Frau auch nicht!.

Nun denn. Trotz dieses anmaßenden Hinweises meiner sonst so liebenswürdigen Freundin, habe ich mich dazu herabgelassen, mir die Foto-Mustertafel der Bundesdruckerei mal zur Gemüte zu führen. Doch nach dem Studium jenes Dokumentes und der mir dazu erteilten Belehrungen beschlich mich das Gefühl, hier militärisches Territorium betreten zu haben. Aber lest selbst:

Kopfbedeckungen sind grundsätzlich nicht erlaubt.

Sag ich doch: Helm ab zum Passfoto-Schießen! Doch weiter im Text:

Die Person muss auf dem Foto direkt in die Kamera blicken.

Die haben bei den Passbehörden Schablonen, mit denen sie das Passfoto daraufhin prüfen, ob der „Delinquent“ korrekt „abgeschossen“ wurde. Tja, als „Schütze“ bist Du ohne Fadenkreuz in der Kamera so gut wie chancenlos.

Die Augen müssen geöffnet und deutlich sichtbar sein und dürfen nicht durch Haare oder Brillengestelle verdeckt werden.

Also mich erinnert das doch sehr stark an einen Haarerlass.

Die Person muss mit neutralem Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund gerade in die Kamera blicken.

Na, was habe ich eingangs gesagt? Dabei muss man dann auch noch ernst bleiben…