Hiobs Brüder

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Gemälde, Hirsche tragen einen Sarg. Sie werden von vielen Tieren
begleitet.

Es liegt schon ein paar Jährchen zurück, dass ich einen Roman von ihr gelesen habe. Jener trägt den Titel „Das Lächeln der Fortuna“. Auch wenn ich die Geschichte nicht in schlechter Erinnerung habe, hatte ich nicht vor, ein weiteres Buch von der Autorin zu lesen.

Nicht das mich dicke Schmöker abschrecken. Es ist das Genre. Ich habe schon reichlich Historienromane gelesen und zurzeit, so glaubte ich, sind sie einfach nicht mein Fall.

Als ich zu Weihnachten das Buch „Hiobs Brüder“ von Rebecca Gablé geschenkt bekommen habe, habe ich, wie dass diese Langweiler von Bürokraten eben machen wenn sie etwas vom Tisch haben wollen, den Wälzer einfach auf Wiedervorlage gelegt.

Doch schon zwei, drei Wochen später holte ich ihn wieder hervor. Der „Stoff“ war mir ausgegangen, und mir fehlte es an adäquaten Gute-Nacht-Geschichten.

Etwas voreingenommen stellte ich in der erster Zwischenbilanz fest: Plätschernde Unterhaltung, aber ganz nett für den Übergang vom Halb- in den Tiefschlaf. Die Geschichte von den Hiobs Brüder hat mich in den ersten Nächten also nicht lange vom „wahren“ Reich der Träume aufgehalten. Doch auch bei diesem Roman lohnt es sich, beharrlich zu bleiben.

Nebenbei: Rebecca Gablé ist eine Leidensgenossin. Denn auf Seite 906 lässt sie den erschöpften Leser wissen:

…ist mir einfach nicht gegeben, mich kurzzufassen.

Die Handlung beginnt 1147. Das Leben ist hart, der Umgang mit Gegnern ist brutal und meistens „einmalig“. Für einen erfolgreichen Roman braucht es „gute“ Menschen, Helden, mit denen wir uns identifizieren können – quasi als Glutamat für die Augen. Auch dieser Roman verzichtet nicht darauf.

Dennoch: Es ist schon etwas bizarr, wenn mordende Figuren als Helden stilisiert werden. Argumente wie: „Es ist doch nur ein Roman“ oder „so war das früher“, klingen dabei wie Ausflüchte.