Hinterlassenschaften von Daisy

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Grafik mit dem Text Sch…
Daisy

Mein Cousin hatte mal einen Hund, der hieß Daisy. – Ich fange noch mal von vorn an:

Wir schreiben das Jahr 2010. Ihr merkt schon, das könnte wieder länger dauern. Aber Obacht, jetzt kommt´s: In diesem Jahr sind die Frauen wieder die Bösen! Doch, das ist so! Hochdruckgebiete haben in diesem Jahr nämlich männliche Vornamen und weibliche Tiefdruckgebiete Nachnamen…

Ihr wisst schon was ich nicht meine.

Also gut. Es geht um Daisy, jene stürmische, abgrundtiefe Lady, die uns am vergangenen Wochenende mit ihren weißen Hinterlassenschaften gesegnet hat. In den Vorankündigungen ist sie ja richtig schlecht weggekommen. Grausam und fruchteinflößend sollte sie sein. Und jetzt, wo sie wieder weg ist, wissen es die Schlauberger mal wieder besser:

»Hach, das war doch schon vorher klar! Die hat doch nichts drauf. Hat hier und da ein bisschen rumgesäuselt und den schon liegenden Schnee auf die andere Straßenseite verschoben.«

Mir ist nicht bekannt, wo diese Experten für Verniedlichungen am Wochenende rumgelungert haben, aber ich weiß was ich getan habe: Ich habe mit meinem neuen, in elegantem Schwarz gehaltenen Schneeschieber Berge (von Schnee) versetzt! Ich habe geschnaufelt, bis mir vom Bizeps die Ärmel meiner Winterjacke gesprengt wurden.

Ihr merkt schon, ich sehe das sportlich. Doch ich bin auch ein Naturfreund. Daher habe ich mich über die ersten Schneelieferungen noch diebisch gefreut. Pflanzengießen im Winter, nenne ich das. Schaufelweise habe ich das kompakte Wasser unter die Bäume und Büsche getragen. Aber es kamen immer mehr Lieferungen. Mittlerweile errate ich nur noch deren Standorte und packe einfach alles oben drauf. Was auch immer sich darunter befindet…

(By the way: Vielleicht sollte ich mir ein paar Tüten von Daisys … für den nächsten Wüsten-Sommer einfrieren.)

Aber Daisy war nun wirklich ein Schwergewicht. Nachdem die sich auf meinen Holzbalkon gesetzt hat, habe ich den sofort freischaufeln müssen. Niemals hätte der Daisy´s Hinterlassenschaften auf Dauer er– und getragen.

Ich brauche, wenn ich mit dem Radel zu meinen über alles geliebten Arbeitsplatz fahre, keine Höhenmeter überwinden. Doch heute Morgen hatte ich eindeutig das Gefühl, in Schlangenlinien den Köterberg zu bezwingen. Wenn jetzt einer glaubt: ›Dann muss es doch auf dem Rückweg Bergab gegangen sein‹, von wegen, da war´s, als hätte ich den Kailash genommen.

Machen wir´s kurz. Wer da behauptet Daisy hätte nix gebracht, der sollte mal ins Lipperland kommen und sich für den Winterdienst einteilen lassen.