Grenzenlos bei Regen feiern

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Was willst Du da machen? Wenn es Open Air Veranstaltungen sind, dann gibt es wenig Alternativen, wenn es zu Schütten beginnt.

Gestern mussten wir das Motto vom Jubiläumsfest „Geschichte erleben – grenzenlos feiern“ um zwei Wörter erweitern: Grenzenlos bei Regen feiern.

Als ich für die erste Fotoserie über die Vordere Straße schlenderte, waren die Aussteller unter sich – von Besuchern keine Spur. Ein Bekannter, der besonders bedröppelt dreinschaute, sagte mir: »Hier gibt es doch keinen, der den Überblick hat.« »Wieso, was hast Du, mal abgesehen von dem Wetter, für ein Problem?«, wollte ich von ihm wissen. »Im Moment habe ich noch keines.« Aber es ist doch alles Sch… ergänzte sein Gesichtsausdruck. Ich bin dann weitergegangen…

Und das, Übliche:

  • Da ist zu wenig Licht auf der Bühne, man kann mich gar nicht sehen.
  • Ihr hättet Eintritt nehmen müssen, dann laufen die Leute nicht nur durch, sondern wollen auch was vom Geld haben.
  • Die verkaufen Kuchen, das war aber nicht vereinbart. Die Leute sind dann satt, wenn sie zu uns kommen.
  • Die wollen früher auftreten, weil sie morgen wieder in X sein müssen.
  • Die wollen das jetzt schon machen, weil es so regnet und so wenig Leute da sind. Geht aber nicht, denn Z und Q kommen eigens dafür aus Y angereist. Die sind dann noch nicht da und beleidigt, wenn die ohne…
  • Da fehlt Strom, die brauchen sofort eine Kabeltrommel. Da sind die Illuminationen kaputt. Das Steuergerät muss aber in einen trockenen Raum, ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • usw.

Aber meine beiden Kolleginnen wurden nicht müde, die Hürden zu beseitigen und die Wogen zu glätten.

Abends, wir gönnten uns ein paar Zuhörerminuten bei der GBC, die wirklich klasse war, erkundigte sich ein Bekannter ob alles „laufen“ würde. Meine Kollegin skizzierte ihm einige der Kuriositäten. »Du hast doch nicht geglaubt, dass das ohne Stress abgeht – oder? Und bei so einem, für Lügde großem Fest, ist viel Stress normal«, wusste er uns zu erklären und ging. Fragend schaute ich meine Kollegin an. »Der schwebt auf ein hohem Niveau und hat eine große Erwartungshaltung. Manche Leute haben eine andere Art, Danke zu sagen«, kommentierte sie ihn, mit einem Hauch von Ironie in der Stimme.

Ich stöhne nicht, ich beleuchte nur, was hinter der Bühne abgeht. Trotz allem sind wir glücklich darüber, das die Resonanz bislang überwiegend positiv ausfällt.