Fotografieren mit Hürden

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Eine Szene aus dem Stück “Kohle, Moos und Mäuse“, gespielt von der
Elbrinxer Dorfbühne. Richard Reichmacher ein Inspektor der
Lotteriegesellschaft versteckt sich unter einem
Tisch.

Eine Szene aus dem Stück “Kohle, Moos und Mäuse“, gespielt von der Elbrinxer Dorfbühne. Richard Reichmacher ein Inspektor der Lotteriegesellschaft versteckt sich unter einem Tisch.

Gestern hatte ich wieder die Ehre, bei einer Probe der Elbrinxer Dorfbühne fotografieren zu dürfen.

Fotos von einem Theaterstück zu schießen das einem nicht bekannt ist, ist eine Herausforderung. Nun muss ich noch dazu schreiben, dass ich, auch was das Thema Fotografie anbelangt, absoluter Laie bin. Trotzdem wage ich es, hier mal über einige Erfahrungen zu berichten. Wenn Ihr Tipps und Tricks habt, wie ich es künftig besser hinbekomme – ich freue mich über Eure Kommentare.

Es ist ein großer Vorteil, bei einer Probe fotografieren zu dürfen, anstatt das bei einer eigentlichen Vorführung tun zu müssen. Obwohl ich mir vorstellen kann, dass es für die Spieler auch bei den Proben lästig ist, wenn da so ein Hansel vor der Bühne rumhantiert und von rechts nach links wandert.

Leider hatte ich bislang immer das Pech, dass ich mit der normalen Bühnenbeleuchtung „leben“ musste. Ich glaube bald, die Bühnentechniker schneiden mich absichtlich. Aber mit Blitzlicht mag ich nicht fotografieren, schon weil mich das selbst tierisch nervt.

Nun, was kann man unter den gegebenen Umständen machen? Man könnte die Film-Empfindlichkeit höher stellen. Der Nachteil: Das Bildrauschen wird größer. Das ist vor allem dann von Nachteil, wenn man auch mal Bild-Ausschnitte verwenden möchte.

Also probiere ich, die Blende möglichst weit zu öffnen um mit der Kamera möglichst viel Licht „einzufangen“.

Hürde Nr. 4: „Motive“, die partout nicht stillhalten wollen. Und wie gesagt, ich kannte das Stück nicht. Damit die Bilder später nicht allzu „bewegt“ erscheinen, versuche ich, die Belichtungszeit möglichst kurz zu halten. Ein tolles Paradoxon:

Einerseits soll die Kamera mit weit offener Blende viel Licht einfangen, andererseits gebe ich ihr dafür nicht viel Zeit.

Technik ist schön, sie führt aber oft ein Eigenleben. Du glaubst, Blende und Belichtungszeit „im Griff zu haben“ und vor lauter Übermut unterliegst der Versuchung zu Zoomen. Doch ehe du dich versiehst, hat´s dir die Blende verkleinert…

Die Displays der Kameras haben zwar Vorteile, sie können dich aber ganz schön „hinters Licht“ führen. Mag das Foto auf dem Display auch ausreichend belichtet und scharf erscheinen, die Qualität des Fotos lässt sich tatsächlich nur am Bildschirm erkennen.

Wenn ich mit dem Fotoapparat losgehe, achte ich fast immer darauf, dass die Batterien geladen und die Speicherkarte voll ist. Die Batterien haben gestern durchgehalten. Aber das Theaterstück ist lang und ich hatte mich verschätzt. Soll heißen, die Speicherkarte war voll und das Stück noch längst nicht beendet.

Hektisch begann ich, mich mittels Display durch die Bilder zu hangeln und offensichtlich uninteressante zu löschen. Während ich mich auf die Kamera konzentrierte nahm ich irgendwann ein Zischeln war, konnte mir aber zunächst erklären woher es kam. Es war die Souffleuse, die mir helfend andeuten wollte: Gleich kommt wieder eine spektakuläre Szene. Es waren wirklich Szenen „zum Piepen“. Leider konnte ich nur noch wenige Momente davon in den „digitalen Froster“ stecken.