Flutlicht für alle und alles?

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Wie lange müssen die Straßenlaternen brennen? Eine Frage, die in Zeiten knapper Kassen in vielen Städten diskutiert wird, beziehungsweise, wie in Lügde, noch zu erörtern ist. „Überprüfung der Brenndauer der Straßenbeleuchtung“ lautet der etwas technokratisch klingende Spar-Vorschlag bei „Lügde spart“ dazu. In unserer Nachbarstadt Bad Pyrmont ist die Straßenbeleuchtung ebenfalls ein Thema. Dort haben Ortsvorsteher beantragt auch in der Kernstadt die „Straßenbeleuchtung nach Mitternacht abzuschalten“:

[…] kann es sich ein Staatsbad und eine Stadt die vom Tourismus lebt nicht erlauben nachts die Lichter auszuschalten. […] Der dadurch zu erzielende Einspareffekt stehe in keiner Relation zu dem Imageschaden und dem Verlust an „gefühlter“ Sicherheit, der sich daraus ergibt. […]

…ist in dem Artikel „CDU lehnt Nachtabschaltung ab“ der Pyrmonter Nachrichten vom 27.9.2010 zu lesen. Interessant finde ich die Bemerkung: „gefühlte Sicherheit“. Doch weiter im Text. In seiner unnachahmlichen Art schreibt Andreas aus Herford unter dem Titel „Zappenduster?“:

In Zeiten knapper Kassen suchen die Kommunen nach Einsparpotentialen. Viele entdecken dabei die Möglichkeit die städtische Beleuchtung nach Mitternacht für einige Stunden abzuschalten. Aufruhr, Sodom und Gomorrha, Sicherheit und Ordnung brechen zusammen, der Untergang des Abendlandes droht! Spannend finde ich dabei, dass genau diese Argumente vor ca. 100 Jahren schon einmal bemüht wurden als die städtische Beleuchtung eingeführt wurde. Damals galt es als ein Verstoß wider die gottgefügte Ordnung, wenn die Nacht zum Tage gemacht würde, das Lotterleben werde erblühen und das Verbrechen sich ausbreiten. Und nun die selbe Argumentation, nur unter umgekehrtem Vorzeichen…

Wer, bevor er sich zu der Frage „Wie lange müssen die Straßenlaternen brennen?“ auf eine Antwort festlegt noch ein paar Argumente zum Abwägen sucht, dem empfehle ich seinen ausführlichen Artikel „Licht aus in Herford – Sparen im Schlaf?“.

Ursprünglich wollte ich diesen Text „nur“ mit „Flutlicht für alle!“ betiteln. Aber wenn wir uns schon über die Themen Beleuchtung und Sparen unterhalten, dann sollten wir die Illumination von Gebäuden ebenfalls in die Diskussion mit einbeziehen.

Auch hierzu hat Andreas einen bemerkenswerten Beitrag veröffentlicht: „Wem gehört der Himmel und was kostet er?“ (siehe dazu auch meinen Artikel: Überall ist Gotham City).

Wenn ich mir die Texte von Andreas durchlese stelle ich wieder fest, es wird immer erst diskutiert, wenn´s um Geld, in diesem Fall um das Sparen geht. Dabei gibt es genügend andere Argumente unsere Einstellung zur Beleuchtung und Illumination in Frage zu stellen.

Flutlicht für alle und alles? Ich denke, nach Mitternacht müssen in Lügde keine Straßenlaternen mehr brennen. Und was die Illumination von Gebäuden anbelangt, die sollten spätestens um Mitternacht abgeschaltet sein – auch im Sommer.