Erneute Aufklärung

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So kann man freilich auch die Anzahl seiner Artikel erhöhen: Erst verfasst man ein, zwei kryptische Beiträge und anschließend klärt man das Durcheinander auf. – Eine kleine, grundsätzliche Randbemerkung habe ich noch dazu, nämlich die hier.

Das in meinem Kommentar angesprochene Top-Thema der vergangenen Woche war der Rücktritt von Margot Käßmann von allen hohen Ämtern und die dem zugrunde liegende „Alkoholfahrt“.

Nun aber zur angekündigten Aufklärung:

Am Freitag fiel mir eine Einladung zu einem Seminar mit dem Thema „Führung in der Kommunalverwaltung: ‚Weiblich führen‘“ in die Hände. ›‚Weiblich führen?‘‹, schoss es mir durch den Kopf, ›Hat Margot Käßmann weiblich geführt? Führt Angela Merkel weiblich oder männlich? Haben die Veranstalter des Seminars den Bischöflichen Generalvikariaten auch eine Einladung geschickt?‹

Später habe ich kurz im Netz geforscht. Zu den Stichworten „weiblich führen“ wurde von der Gurgelmaschine ein Beitrag mit dem Titel „Souverän weiblich führen“ als Favorit angezeigt. Schon wieder eine Differenzierung: „Souverän“.

War das Handeln von Margot Käßmann souverän? Viele sprachen nach ihrem Rücktritt von „Respekt“. Ich würde ihren Rücktritt eher als vorbildlich bezeichnen.

Menschen in führenden Position, egal ob weiblich oder männlich, müssen vorbildlich handeln. Fehler sind menschlich. Doch auch auf seine eigenen Fehler kann man vorbildlich reagieren. Margot Käßmann hat das gezeigt.

Soweit in groben Zügen die Auflösung des rätselhaften Beitrags „Souverän weiblich führen“.

Auf das Zitat von Albert Schweitzer, dass ich mit „Auto-Christ“ betitelt habe, bin ich gestern beim Zeitungslesen gestoßen. Auch das ließ mich wieder an die Themen „Führen, Christen, Kirche“ und eben an die besagte „Alkoholfahrt“ denken. Am meisten hat es mir dabei dieses Wortspiel angetan: Man wird nicht auto-matisch Christ, wenn man in die Kirche geht.

Nebenbei fragte ich mich: Wie passt die in der vergangenen Woche viel verwendete Wortkombination „Alkoholfahrt“ überhaupt in unsere Sprach-Landschaft? Was damit zum Ausdruck gebracht werden sollte, lässt sich aus dem Kontext entnehmen – aber eben nur daraus.