Einem geschenkten Gaul…

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Der Kopf von einem
Pferd

Heute habe ich Post bekommen. Nun, das ist so sensationell nicht. Aber auffallend war bereits die transparente Umverpackung eines der Briefe. Das sollte mir vermutlich suggerieren: „Hey, hier kommt etwas Besonderes!“ Und irgendwie ist es das ja auch. Weil der Absender, ein namhafter Telefondienstleister, mir etwas schenken möchte. Das ist in der heutigen Zeit bemerkenswert.

Kleine Gesten erhalten die Freundschaft, heißt es.

…steht da zu lesen. Heißt es so, oder ist das so? Egal.

Einfach mal Danke für alles sagen.

Ooch, das ist aber lieb. – Doch, das ist wirklich nett! – Und dann:

Geschenk bestellen bis 06.03.2010!

Geschenk bestellen? – Nicht fragen, weiter lesen! Ich darf also wählen:

  1. Plüschfigur Esel
  2. Faltbarer Sessel
  3. Personenwaage
  4. Los der ARD-Fernsehlotterie

Ich und wählen? Vergangenes Jahr habe ich das gleich dreimal gemacht. Und dann… – Aber hier geht es ja um ein echtes Geschenk. Und wie gesagt: Einem geschenkten Gaul…

Andererseits haben mir meine Eltern schon vor Jahrzehnten eingebleut: »Nimm niemals etwas von fremden Onkels an!« Und damit bin ich immer gut gefahren! Doch im konkreten Fall ist´s mir ein kleinwenig ambivalent. Denn gar so unbekannt ist die (piep) ja nicht.

Aber diese Wahl… Wahlen sind per se verdächtig. Weil wer sich eindeutig anders positioniert, macht sich verdächtig. Das wird mir ständig so vorgelebt. Doch zurück zum Geschenk:

Wähle ich das Stofftier, lande ich in deren Datenbank doch garantiert unter der Kategorie: „Kunde zeigt infantile Tendenzen, bevorzugt vermutlich anspruchsvolle Fernsehsendungen wie ‚Deutschland liebt den Superstar‘, ‚Dschungelcamp Deutschland‘“ und so weiter.

Auch die Personenwaage ist keine gute Wahl. Es wäre mir gar nicht lieb, wenn die mich der Kategorie „Kunde hat Probleme mit dem Körpergewicht“ zuordnen.

Ja, ich habe auch als Erstes gedacht: Nimm das Los der ARD-Fernsehlotterie. Doch auch die Wahl ist mir nicht geheuer. Denn dann führen die mich entweder unter: „Kunde hält sich für sozial, ist möglicherweise SPD-Wähler“, oder aber ich werde unter: „Kunde ist gierig und setzt alles auf eine Karte“ einsortiert.

Übrigens, der faltbare Sessel ist schon vergriffen. Das habe ich eben im Netz gesehen. Aber so unschuldig ist der auch nicht.

Faltbarer Sessel: Der ideale Begleiter für Strand, Freizeit und Camping.

Ich wette mein schmutziges Taschentuch darauf, dass alle Kunden die den gewählt haben, jetzt unter der Rubrik „spätrömische Dekadenz“ gespeichert sind.

Wenn Ihr Vorschläge habt wie ich aus der Nummer rauskomme, dann lasst sie mich wissen.