Die Schuhparade

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Ein Schlüsselloch mit einem verzierten
Beschlag

Das ich fremd gehe, ist kein Geheimnis mehr. Ja, auch „gemeinsamfeiern.lippeblogs.de“ zählt zu den von mir beglückten. Einige Leserinnen und Lesern werden sich dort schon gefragt haben: Warum sind denn hier so wenig Bilder?

Nehmen wir zum Beispiel den Text „Kinder fürs Kochduell gesucht“, der allerdings nicht aus meiner Feder stammt. Mit dem Text sind mir zwei, drei tolle Fotos zugeschickt worden.

Auf den Bildern waren Kinder mit Kochmützen vor Kochtöpfen werkelnd zu sehen – ohne Zweifel wunderschöne, passende Fotos. Die Kinder waren mir unbekannt. Da die Gesichter der Kinder auf den Bildern sehr gut zu erkennen waren, habe ich sicherheitshalber beim Text-Autor nachfragen lassen: Dürfen wir die Fotos unter „gemeinsamfeiern.lippeblogs.de“ veröffentlichen? Eine konkrete Antwort bekam ich nicht.

Spontan fragte ich bei meinen Kolleginnen im Kindergarten nach. »Klar haben wir Fotos von Kindern beim Kochen. Wir lassen uns auch von den Eltern bestätigen, dass wir die Bilder für bestimmte Zwecke verwenden dürfen.«

Die Nutzung der Fotos unter „gemeinsamfeiern.lippeblogs.de“ ist in den Schriftstücken verständlicherweise nicht geregelt. Also suchten wir zwei Fotos aus und meine Kollegin erkundigte sich bei den Eltern der darauf abgelichteten Kinder. Aber nicht alle Eltern haben zugestimmt.


Das Recht am eigenen Bild hat seinen Ursprung in dem Grundrecht auf „freie Entfaltung der Persönlichkeit“ (Artikel 2, Absatz 1 Grundgesetz):

Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden.

[Quelle: Wikipedia, siehe auch § 22 KunstUrhG (Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie)]

[…] Die Einwilligung zur Veröffentlichung ist aber nur dann erforderlich, wenn der Abgebildete individuell erkennbar ist. Die Erkennbarkeit kann sich auch aus begleitenden Umständen ergeben. Selbst die in Presseveröffentlichungen übliche Anonymisierung durch Augenbalken beseitigen diese Erkennbarkeit nicht notwendigerweise […]

[Quelle: Wikipedia]


Tja, was mache ich nun bei dem großen Jubiläumsfest vom 10. bis 13. Juni 2010? Wie wäre es mit einer Fotoserie über „die große Schuhparade“? – Einen Ausnahmekatalog zu § 22 enthält der § 23 KunstUrhG. Dort heißt es in Absatz 1, Ziffer 3:

Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden: […] Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an den die dargestellten Personen teilgenommen haben […]

Ist es das? Kann ich an dem besagten Wochenende Fotos schießen und ins Netz stellen? Ganz sicher bin ich mir noch nicht. Ich recherchiere weiter. Natürlich freue ich mich auch über weitergehende Hinweise!

Linktipp: anwalt-im-netz.de/urheberrecht/recht-am-eigenen-bild.html