Die Nerd-Predigt

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„Wer morgens wissen will, wie spät es abends ist, der putzt auch Fenster, nur weil´s gerade auf dem Zettel steht.“

Es sind Gleichnisse wie diese, liebe Leserinnen und Leser, mit denen der 17. Apostel vor rund 2000 Jahren immer wieder ins Visier der Boulevardpresse geraten ist.

Er sei ein sturer, widerwärtiger Misanthrop, neckten ihn die restlichen 41 Apostel liebevoll – und als solcher machte er sich, der zeitlebens an einer extrem ansteckenden Sozialneurose litt, einen Namen.

Der 17. Apostel war ein großer Apostel – Schätzungen zu Folge zirka 184,5 Zentimeter. Eigentlich war er eine Frau (uneigentlich auch). Denn in dem Chip seiner Krankenkarte war er, das heißt sie, mit dem Namen „Gundula die Grobe“ registriert.

Ihr kleiner Bruder hieß Karl. Er war ein Gernegroß. Namhafte Astrologen prophezeiten schon damals: Der schafft es mal bis nach Lügde.

Zurück zu Gundula d.G. Frauenquoten gehörten seinerzeit noch nicht zum Marketing-Portfolio. Das dreckige Dutzend, jener erlauchte Kreis der Frühlingsetage, ist daher für Gundula unerreichbar geblieben. Das ist auch gut so. Denn Gundula hasste Schwafelrunden-Ritter, sie hat sich das aber nie eingestanden, mutmaßen einige Forscher.

Es heißt, Gundula d.G. hat ein Kopftuch getragen, was bei ihren Zeitgenossen regelmäßig zu Argwohn geführt haben soll. Wohl aus dem Grund hat man ihre provozierenden Stellungnahmen aus allen zeitgenössischen Niedermitihnenschriften tilgen wollen. Keinem Zufall ist es zu verdanken, dass viele ihre grellen Gedanken in den Datenbanken hängen geblieben sind.

Gundula d.G. war umtriebig. Ihr Lebensmotto lautete: „Lebenslanges Lärmen“. Sie war Rädelsführerin im Eltern-Breirat für Kinderlose des örtlichen 2-Gruppen-Kindergartens (den sie, weil er tagsüber geöffnet hatte, mit zunehmender Penetranz Kindertagesstätte nannte) und sie war tonangebend im überregionalen Dachverband der Männergesangvereine.

Außerdem betätigte sie sich als Kolumnistin. Ihre Beiträge in der Onlineausgabe von „Die Hundschau – Lesen, was ihr Hund macht“ waren allerdings nur von mäßiger Qualität. Was ihr aber niemand zu sagen traute. Denn sie bellte nicht nur, sie biss auch.

Randbemerkung: Schon damals machte sich kaum jemand Gedanken über eine mögliche Inkompatibilität.

Ihre markigen Zusammenfassungen sind legendär. So, soll sie am Sterbebett gesagt haben: „Wenn man erstmal weiß woran man scheitert, dann ist es doch auch wieder gut.“

Warum erzähle ich Euch das? Tja, das hätte ich zu gern auch gewusst. Daher einstweilen:

Schönen Sonntag noch!