Der Profilhobel

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Ein
Profilhobel.

Vorweg: Der Begriff „Profilhobel“ ist kein Kosename. »Ach du mein starker Hobel! Komm, arbeite doch noch ein bisschen an meinem Profil.«

Viele Menschen brauchen dafür keine Aufforderungen. Ständig arbeiten sie, nicht selten unbewusst, am Profil der besseren Hälfte, die, mittels der gründlichen Bearbeitung, eine „Zier“ werden soll. Hat der Partner dann endlich das passende Profil „angenommen“, ist er genau dadurch uninteressant geworden.

Wieder andere hobeln selbst an ihrem Profil bis der Partner das hochglanzpolierte Kunstwerk neben sich nicht mehr wiederkennt. Mögliche Folgen: Neid, Missgunst…

Jetzt bin ich wiedermal vom Thema abgekommen. Dabei könnte ich noch so viel dazu erzählen. Zum Beispiel, dass auch ein ungehobelter Mensch eine zarte Haut haben kann. Oder nehmen wir das vielschichtige Thema Profilneurose… Apropos: Der erste Unterschied zwischen einer Profilneurose und einem Profilhobel ist? – Der „Profilhobel“ ist ein Fachbegriff, der Begriff „Profilneurose“ nicht.

Bleiben wir aber beim Fachbegriff Profilhobel. Wir alle kennen die immer gut gemeinte Empfehlung: „Tischler, bleib bei deinen Leisten!“ Und womit macht der Tischler aus einer Leiste eine „Zier“, also eine Zierleiste? Korrekt, mit dem Profilhobel.

Auf dem Foto abgebildet ist ein recht schlichter Profilhobel. Beim genauen Hinsehen fällt auf, dass der Hobel beinahe ein schöneres Profil hat als das, was mit ihm erzeugt werden könnte. – Hm, das lässt sich doch auch wieder übertragen auf…