Der beliebteste Beruf ist…

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Ein gemaltes Bild im Spiegel. Auf dem Bild ist eine Gesichtshälfte zu
sehen

…der des Schaufenster-Dekorateurs. Das hättet ihr nicht gedacht? Es ist aber so.

In weniger als einer Stunde kann sich heutzutage jeder eine eigene Website zusammenbasteln. Und dann kann es eigentlich losgehen, mit dem „Verkauf“ von Informationen, Anekdoten, Bildern und so weiter.

Aber so einfach ist das nicht. Denn vorher werden sie fast alle krank. Sie infizieren sich mit der überaus hartnäckigen Dekorateurs-Krankheit. Ich spreche da aus eigener, leidvoller Erfahrung.

Das klassische Symptom: Die Erkrankten schrauben sich schwindelig am Design ihres Internet-Angebotes. Sie sind davon überzeugt: Alles was einen Menschen ausmacht, ist sein Äußeres. Für sie ist es daher nur konsequent, dass alles was eine Website ausmacht, das „Schaufenster“, das Design ist.

Es wird sogar von Krankheitsverläufen berichtet, bei denen die Betroffenen regelrecht in eine Art Schockstarre verfallen sind, weil ihnen das Design ihres „Web-Schaufensters“ nicht gefallen wollte.

Dabei halluzinieren sie: »Bevor das Schaufenster nicht perfekt dekoriert ist, verkaufe ich hier nix

Blöd für´s Geschäft – aber so sind wir. Wir lieben es, in den Strudel unseres Perfektionismusses abzutauchen und uns daran zu berauschen. Problem: Dabei geht´s nur abwärts, nicht vorwärts.

Liebe Leidensgenossen: Was nutzt das schönste Schaufenster, wenn ihr nichts zu „verkaufen“ habt? Lasst es tickern!